Tykwers „The International“ eröffnet 59. Berlinale

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Deutsche Presse-Agentur

Der rote Teppich ist ausgerollt. Die Jagd auf den Goldenen Bären kann beginnen. Mit der Weltpremiere von Tom Tywkers Finanzthriller „The International“ werden am Donnerstagabend (19.45 Uhr) die 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet.

In den Berlinale-Palast am Potsdamer Platz kommen zum Festivalauftakt neben Tykwer auch seine Schauspieler Clive Owen („Children Of Men“) und Armin Mueller-Stahl („Buddenbrooks“). Kleiner Wermutstropfen: Hauptdarstellerin Naomi Watts („King Kong“) wird nicht dabei sein. Die Australierin sei erst vor sechs Wochen Mutter geworden, stille ihr Kind und könne deshalb die Reise nach Berlin nicht machen, sagte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.

In „The International“ erzählt Tywker („Lola rennt“, „Das Parfum“) von den kriminellen Machenschaften einer Bank, die Krieg und Terror finanziert. Die Krise in der Finanzwelt habe aus dem bereits vor Monaten ausgewählten Eröffnungsfilm plötzlich eine Art Dokumentarfilm über den Zustand der Welt gemacht, meinte Kosslick. Tywker zeigte sich erschreckt darüber, dass die Realität seinen Film eingeholt hat.

Rund 400 Filme aus aller Welt werden bis zum 15. Februar in den verschiedenen Berlinale-Reihen gezeigt. „Dazu kommen knapp 700 Regiearbeiten, die auf dem Internationalen Filmmarkt gehandelt werden“, erklärte Kosslick. Der Festivalchef hat bereits am Mittwoch sein Hotelzimmer mit Blick auf den roten Teppich vor dem Berlinale-Palast bezogen.

Meistens wird der 60-Jährige aber selbst vor dem Premierenkino stehen und jeden einzelnen Regisseur und Schauspieler persönlich begrüßen - darunter Stars wie Oscar-Anwärterin Kate Winslet, Michelle Pfeiffer, Renée Zellweger, Keanu Reeves, Demi Moore, Michel Piccoli, Willem Dafoe, Woody Harrelson, Steve Martin und Gael Garcia Bernal. Zur traditionellen „Cinema for Peace“-Gala kommt Hollywoodstar Leonardo DiCaprio. Zur Verleihung des schwul-lesbischen Teddy Award wird Prinzessin Stéphanie von Monaco erwartet.

Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren 18 Regiearbeiten um den Goldenen und die Silbernen Bären. Darunter sind Filme aus Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Argentinien, China, dem Iran und den USA. Die Qual der Wahl hat dann die Jury unter Vorsitz der britischen Schauspielerin Tilda Swinton. Dem siebenköpfigen Gremium gehören auch Bestsellerautor Henning Mankell, Regisseur Christoph Schlingensief und die amerikanische Starköchin und Cineastin Alice Waters an.

Zwei deutsche Regisseure sind im Rennen um die Berlinale-Trophäen: Hans-Christian Schmid („Lichter“, „Crazy“) erzählt in dem Politdrama „Sturm“ von der juristischen Aufarbeitung der Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. Die Hauptrolle spielt die Neuseeländerin Kerry Fox, die bereits in Patrice Chéreaus Berlinale-Gewinner „Intimacy“ das Publikum beeindruckte.

Maren Ade („Der Wald vor lauter Bäumen“) ist mit der tragikomischen Beziehungsgeschichte „Alle anderen“ im Wettbewerb. Birgit Minichmayr und Lars Eidinger spielen darin ein ungleiches Paar. Tykwers Eröffnungsfilm „The International“ läuft außer Konkurrenz, ebenso wie der deutsche Episodenfilm „Deutschland 09“. An dem Werk haben Regisseure wie Tykwer, Fatih Akin, Hans Weingartner und Dani Levy mitgewirkt.

Keine Bären-Chancen haben auch drei mit Spannung erwartete deutsche Produktionen, die im Berlinale-Spezial-Programm laufen: Heike Makatsch spielt in der Filmbiografie „Hilde“ (Regie: Kai Wessel) Deutschlands Nachkriegsstar Hildegard Knef. Ulrich Tukur hat die Hauptrolle in dem nach einer wahren Geschichte gedrehten Drama „John Rabe“ (Florian Gallenberger) über einen deutschen Kaufmann, der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg 250 000 Chinesen das Leben rettete. Bären-Gewinnerin Julia Jentsch („Sophie Scholl“) spielt die Titelrolle in der Fontane-Verfilmung „Effi Briest“ (Hermine Huntgeburth).

www.berlinale.de

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