Tonnenweise Kamelle - Rosenmontag naht

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Deutsche Presse-Agentur

Blumensträuße, Kamelle und andere Süßigkeiten werden am Montag gleich tonnenweise unters Volk gebracht: Bei den Rosenmontagsumzügen in den rheinischen Karnevalshochburgen und anderen Städten rechnen Veranstalter und Polizei wieder mit Millionen Zuschauern.

„Helau“ und „Alaaf“ heißt es dann, wenn am Vormittag die größten Umzüge Deutschlands in Köln, Düsseldorf und Mainz losrollen. Im baden-württembergischen Rottweil setzen die Narren schon am Montagmorgen zum traditionellen Narrensprung an. Beim Straßenkarneval müssen sich die Feiernden warm anziehen: Die Meteorologen haben nasskaltes Wetter vorausgesagt, es kann regnen und auch schneien.

- KÖLN: Der Umzug macht unter dem Slogan „himmlisch jeck“ die Finanzkrise und das Superwahljahr 2009 zum Thema. Auf der Sieben- Kilometer-Strecke sollen etwa 150 Fest-, Prunk- und Persiflagewagen für Heiterkeit unter den Jecken sorgen. Aufsehen hatte im Vorfeld ein Wagen erregt, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oben ohne darstellte. Nach Kritik aus dem Festkomitee wurde der Kanzlerin-Figur noch ein Bikini übergemalt. Zum 60. Kölner Rosenmontagszug nach dem Zweiten Weltkrieg werden unter den 11 000 Teilnehmern erstmals auch behinderte Menschen in verschiedenen Gruppen mitmarschieren.

- DÜSSELDORF: Bis zum letzten Augenblick halten die Karnevalisten die Themen ihrer großen Motivwagen geheim. Etwa ein Dutzend rollen am Rosenmontag zusammen mit rund 70 weiteren geschmückten Wagen der Vereine durch die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt und werden wohl überwiegend aktuelle politische Themen verulken. Etwa fünf Stunden ziehen rund 5500 kostümierte Jecken mit dem Zug durch die Düsseldorfer Straßen, das Motto lautet: „Do bes de platt“ (Da bist Du platt!)

Schon am Sonntag ist der Kölner „Schull- und Veedelszöch“ mit einem Teilnehmerrekord auf die Reise gegangen. Dabei zeigte der närrische Nachwuchs seine Kreativität. Auf eigens gestalteten Wagen und zu Fuß präsentieren sich 48 Schulen, 54 Vereine und 20 Musikkapellen auf derselben Strecke, die auch der Rosenmontagszug nehmen wird. Eine Jury prämiert je eine Wagen- und eine Fußgruppe und vergibt einen Preis für Originalität. Die Veedelszöch (Stadtteilzüge) reichen bis ins Mittelalter zurück und gelten als die ursprüngliche Form des Karnevals.

- MAINZ: Die Karnevalsvereine hoffen auf schönes Wetter und rund eine halbe Million Zuschauer. Auf den 15 Motivwagen werden vor allem die Politiker aufs Korn genommen, so etwa der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und Ex-SPD-Bundeschef Kurt Beck, der als „König Beck“ mit Pfeilen im Rücken auf dem Weg zurück in die Mainzer Staatskanzlei gezeigt wird. Rund 9700 Teilnehmer machen sich unter dem Motto „Mainzer Fastnacht - Freude pur“ auf den Weg, die Zuglänge beträgt rund sieben Kilometer.

- ROTTWEIL: Beim Narrensprung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht tanzen die „Kleidlesträger“ am Montagmorgen durch die Stadt und vollführen mit Hilfe von Stangen wilde Sprünge. Besonders auffällig sind dabei die Masken der Narren. Ganz in der Nähe, in Schramberg, geht es feucht-fröhlich zu: Die Narren fahren dort mit bunt geschmückten Holzzubern den Kirchenbach herunter.

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