Tod auf Raten

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Tod auf Raten
Veronica Ferres und Oliver Stokowski in einer Szene des ZDF-Films "Tod auf Raten". (Foto: Jan Fehse/ZDF / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Wie kriegt man das Leben auf die Reihe, wenn man kein Kurzzeitgedächtnis mehr hat? Schwierig, wie das Familiendrama „Tod auf Raten“ zeigt.

Veronica Ferres spielt die Friseurin Annett, die mit ihrem Schicksal hadert. Von ihrer Ehe ist nicht mehr viel übrig, seit ihr Mann einen Unfall hatte. Seitdem kann sich Ronald, gespielt von Oliver Stokowski, nichts mehr merken. Und es kommt schlimmer. Weil Annett kaum Geld verdient und die Raten für das gemeinsame Haus nicht mehr zahlen kann, droht die Bank mit Zwangsversteigerung. Andreas Arnstedt hat den bedrückenden Film inszeniert, der am Donnerstag (9. August) um 22.30 Uhr im ZDF zu sehen ist.

Welcher Tag ist heute? Was sind das für Tabletten auf dem Frühstückstisch? „Das ist ja wohl ein Druckfehler“, empört sich Ronald beim Blick in die Tageszeitung. „2015! Wir haben 2012!“ Fragen über Fragen, die Annett mal mehr, mal weniger geduldig beantwortet. Doch zunehmend gerät sie unter Druck. Das Schlimmste: Sie kann Ronald eigentlich nicht mehr alleine lassen. An Arbeit ist nicht mehr zu denken. Keine Arbeit, kein Geld und bald vielleicht kein Haus mehr. Mit der Krankenkasse ringt sie darum, dass Ronald in eine höhere Pflegestufe kommt, was den Alltag erheblich erleichtern würde. Einziger Lichtblick: Der Anwalt Lorenzo (Matthias Brenner), mit dem sich eine zarte Freundschaft entwickelt. Trotzdem ist Annett am Ende ihrer Nerven. Eine Lösung muss her, dringend.

2016 feierte das einfühlsam gedrehte Drama Premiere auf dem Filmfest Zürich, bald danach lief es bei den Internationalen Hofer Filmtagen unter dem Titel „Short Term Memory Loss“. Ferres spielt nicht nur die Hauptrolle. Produziert wurde der Film von der von ihr gegründeten Münchner Firma Construction Film, deren Geschäftsführerin sie auch ist. Eher unüblich: Fernsehsender waren nicht beteiligt. Stattdessen wurde der Film unabhängig gedreht. Ins Kino gelangte er nicht, dafür aber ins ZDF.

Ferres liegt das Thema von „Tod auf Raten“ am Herzen, Gedächtnisverlust bis hin zur Demenz. „Ich glaube, dass Menschen inzwischen begreifen, dass uns das alle irgendwann mal angeht“, sagte die 53-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Dabei wirbt sie für einen rücksichtsvollen Umgang mit den Betroffenen, auch um Vorbild für Jüngere zu sein: „Wenn wir nicht die über uns stehende Generation respektvoll behandeln, warum sollte das uns passieren?“ Vor ihrer Filmfigur Annett hat sie großen Respekt. „Man entwickelt ungeahnte Kräfte in Situationen, in denen die Liebsten einen brauchen.“

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