Thronwechsel in Japan: Friedenszeichen sind nötig

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Friedenszeichen sind nötig
Friedenszeichen sind nötig
Angela Köhler

Mit Naruhito gelangte bereits der 126. Tenno der ältesten Erbmonarchie in der Welt auf den Chrysanthementhron. Aber auch dieser Kaiser regiert nicht. Streng genommen darf er sich nicht einmal direkt zur Politik der japanischen Regierung äußern. Die Verfassung schreibt ihm vor, das „Symbol des Staates und der Einheit des Volkes“ zu sein. Weil nicht exakt definiert ist, was damit gemeint ist, gibt es Spielraum für Interpretationen.

Nach allem, was man bisher von dem neuen Kaiser Naruhito weiß, ist er eher international orientiert, schon wegen seiner Studienzeit in Oxford. Er könnte fortsetzen, was sein Vater Akihito 1992 mit der damals sensationellen Peking-Visite begann – die Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern auf höchstem Protokoll. Aber auch Akihito fand dort keine klaren Worte der Entschuldigung für die Verbrechen der japanischen Truppen in China, sondern beließ es beim „tiefen Bedauern“ über das Leid.

Ein deutliches Zeichen wäre auch im Verhältnis zu Korea nötig, das immerhin vier Dekaden von Japan besetzt war. Dorthin hat noch kein Nachkriegskaiser Nippons einen Fuß gesetzt. Eine Einladung aus Seoul schlug der Hof bisher stets mit „Sorgen um die Sicherheit“ des Kaisers aus. Selbst ein Besuch der USA, die unterdessen zum wichtigsten Verbündeten Japans geworden sind, ist noch immer überfällig.

journal@schwaebische.de

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