THomas Ostermeier mag Anarchisten

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Thomas Ostermeier
Schaubühnen-Intendant Thomas Ostermeier. (Foto: Felix Zahn / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Berliner Theatermacher Thomas Ostermeier trauert früheren Bühnenzeiten nach. „Ich habe große Sympathie für Anarchisten. Ich finde das völlig legitim, wie Frank Castorf das gemacht hat“, sagte der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne mit Blick auf seinen früheren Amtskollegen an der Volksbühne.

„Er hat Theatergeschichte geschrieben, und man rechnet ihm kleinlich hinterher“, kritisierte Ostermeier in der „Berliner Zeitung“ mit Blick auf das vergleichsweise kleine Ensemble.

Das habe es zu Zeiten, als etwa Peter Zadek in den 80er Jahren das Hamburger Schauspielhaus geleitet habe, nicht gegeben. „Damals galt nur als richtiger Künstler, wer ein Haus mit Schulden übergeben hat“, sagte Ostermeier nach 20 Jahren an der Spitze der Schaubühne. „Ich finde, dass da einiges an Mut und Subversivität verloren gegangen ist.“ Ostermeier verwies auf die Rolle der Bühnen: „Wir sind Theaterleute, unsere Kunst funktioniert, wie jede andere Kunst, nur, wenn sie absolut frei ist. Deshalb wird sie subventioniert.“

Gleichzeitig verteidigte Ostermeier seine vermittelnde Funktion gegenüber der Politik. „Ich habe eine Art Große-Bruder-Rolle abbekommen. (Christoph) Schlingensief und Castorf haben im Kinderzimmer die Türme aus Bauklötzen umgeschmissen und kaputt gemacht. Und ich bin rein und hab gesagt, noch mal raufschlagen bringt nichts, ich versuche, das mal wieder aufzubauen.“

Interview „Berliner Zeitung“ (Zahlschranke)

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