Think Big!

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Think Big
Hanna Plaß spielt die Hauptrolle in der neuen SAT.1 Comedy-Serie "Think Big!". (Foto: Jens Kalaene / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christof Bock

Sat.1-Comedys sind für Schauspielerinnen immer wieder ein Sprungbrett in der Karriere gewesen. Einige Beispiele: Anke Engelke startete hier 1996 mit der „Wochenshow“ durch und stieg zu einer der wichtigsten Komikerinnen auf. Vor zehn Jahren wurde bei dem Sender Annette Frier als „Danni Lowinski“ zum Quotenmagneten. 2011 bekam Martina Hill mit „Knallerfrauen“ ihre erste eigene Sendung und eroberte das junge Publikum im Sturm. Jetzt kommt Hanna Plaß.

Die zierliche Frau mit den riesigen grünen Augen spielt in „Think Big!“ (Freitag, 7.2., 20.15 Uhr, Sat.1) die prollige Nicole aus einer Kölner Hochhaussiedlung. Die will nur ein Nagelstudio betreiben, landet aber stattdessen im Uni-Hörsaal. Mit Mantel im Leopardenmuster. Hanna Plaß genießt sowas: „Ich habe sehr viel Spaß daran, mich zu verkleiden“, erzählt sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die 1989 in London geborene Schauspielerin hat bisher vor allem auf Theaterbühnen gestanden. So mancher Krimizuschauer kennt Plaß als Lena Hattinger, Fernsehtochter eines von Michael Fitz gespielten ZDF-Kommissars. Für die 31-Jährige, die vor kurzem noch einen kleinen Part im „Dreigroschenfilm“ mit Lars Eidinger spielte, bedeutet die Comedy „Think Big!“ die erste TV-Hauptrolle. Das Drehbuch ist auf Plaß maßgeschneidert. Das Ergebnis ist wirklich lustig und rührend. Die Heldin - ein püppchengeschminktes, bebendes, lautes Zentrum des Alltagswahnsinns - ist in nahezu jeder Szene der Serie zu sehen.

Daheim im Plattenbau plagen Nicole eine kleptomanische Schwester, ein stinkfauler Bruder und eine männertolle Mutter. Wenn es vor der Tür ein Problem gibt, hilft ein Karatetritt. Im BWL-Studium, das sie sich mit gekauftem Zeugnis erschummelt hat, stößt die junge Frau hingegen auf kalte Akademiker-Welten. „Ey, auf geht's, Leute, das wird geil!“, jubelt sie im Hörsaal. „Frau Pütz, wenn Sie nicht wollen, dass ich mir Ihr Gesicht merke - und glauben Sie mir, das wollen Sie nicht - , dann sind Sie von jetzt an pünktlich und leise. Oder Sie bleiben gleich zu Hause, verstanden?“, raunzt der Professor die Novizin an.

„Das ist das Tolle an "Think Big!": dass es eine Komödie ist, die aber viele grundsätzliche Fragen des Lebens und unserer Gesellschaft aufwirft“, erzählt die dunkelblonde Berlinerin und nippt sachte am Kaffee mit Hafermilch. Privat kommt sie eher als der leisere Typ rüber. Umso eindrucksvoller, mit welcher Verve sie die Nicole spielt.

Viele Szenen von „Think Big!“ wurden in Köln-Chorweiler gedreht, in der rheinischen Millionenmetropole als Brennpunkt bekannt. Plaß hat die Hochhaussiedlung in den Drehpausen kennen und schätzen gelernt: „Was toll daran ist, ist die Vielfalt. Man könnte dort wahrscheinlich alle Sprachen der Welt lernen und jemanden finden, der sie einem beibringt.“ Überhaupt, wo habe man schon so viel Weitblick? Sie selbst wuchs in einem Dorf im bayerischen Fichtelgebirge weitab von jeder Großstadt auf. „Ich habe erst in meinem Studium, als ich mit 19 nach München gezogen bin, richtige Hochhäuser gesehen.“

Ist diese Serie ein Nachfolgeformat für „Danni Lowinski“, wo sich einst auch eine Frau von unten hochkämpfte und sich ihren Platz in Köln eroberte? Hanna Plaß mag da nicht für den Sender sprechen. Doch sie sieht einen Trend bei deutschen Fernsehserien: „Ich glaube, es hat sich in den letzten Jahren dann doch langsam entwickelt, dass Frauenfiguren erzählt werden, die stark sind, vielfältig im Leben stehen. Da sind sich Danni Lowinski und Nicole Pütz gewiss ähnlich.“

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