T-Rex im neuen Wissenspark „Odysseum“

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Deutsche Presse-Agentur

Der Tyrannosaurus Rex öffnet die Augen, funkelt böse, dreht sich und brüllt furchterregend. Täuschend echt wirkt er, die Kinder halten die Luft an.

Das mächtige Biest steht im neuen „Odysseum“ in Köln, das von diesem Freitag an „als erster interaktiver Wissens- und Abenteuerpark in Deutschland“ geöffnet ist. „Das ist unser teuerstes Exponat, weil da so viel Technik drin steckt“, sagt Sprecherin Kathrin Berner bei einer Vorpräsentation am Dienstag. Spezialisten aus Japan haben die Schreckensechse aus Silikon gebaut. Zugleich ist der T-Rex inmitten einer nachgebauten Dschungel-Landschaft so ziemlich das Einzige, was Groß und Klein in dem 5500 Quadratmeter großen Freizeitpark nicht anfassen dürfen.

Anpacken und ausprobieren ist sonst ausdrücklich erwünscht im „Odysseum“, einer 30-Millionen-Euro-Investition, die sich an Kinder aller Altersklassen wendet - und auch an neugierige Erwachsene. „Alles ist zum Mitmachen und Selbertesten, unser Park ist konsequent erlebnisorientiert und in eine passende Szenografie eingebettet“, erklärt Berner. „Wissensvermittlung sollte nicht staubtrocken sein“, meint auch der „verrückte Professor“ alias Frank Morath, der in weißem Kittel und mit Schutzbrille Schulklassen durch den Park lotst. „Die Herausforderung heißt: Wie bringe ich komplexe wissenschaftliche Themen locker und spannend für die Kinder rüber. Und wie wecke ich den Spaß am Lernen vielleicht auch bei den etwas bildungsferneren Familien.“

Und so wird die Aufmerksamkeit auch mit Hilfe von bunten Lichtern, Filmeinspielungen und speziellen Effekten wachgehalten. In die einzelnen Räume lässt sich der Besucher mit einer Zeitkapsel beamen. Unvermittelt steht der staunende Gast vor einer riesigen Leuchtkugel - dem Nachbau des 4,5 Milliarden Jahre alten blauen Planeten. Die Erdkugel ist begehbar, innen lodert ein Vulkan. An den Mitmachstationen rundherum gibt es Auskunft zu physikalischen Phänomenen, bei denen den Besuchern tatsächlich die Haare zu Berge stehen. „Das kommt vor allem bei den Mädchen gut an, die sonst beim Thema Elektrizität eher nicht so viel Interesse zeigen“, sagt der „Professor“, der schon einige Schulklassen vorab zum Testen durch den Sciencepark geführt hat.

Kleine Entdecker können Fußspuren zuordnen oder Fossilien zusammensetzen, etwas Ältere bemerken interessante Parallelen im Balzverhalten von Mensch und Tier. Wer sich sportlich messen möchte, erstrampelt auf einem Fahrrad Lichtgeschwindigkeit oder tritt gegen einen Roboter im Basketball an. „Kinder können im Labor auch einen Roboter programmieren, so dass er zum Beispiel auf ein Klatschen hin einen Ball wirft“, sagt Berner. In einem weiteren Labor werden Chemie-Experimente mit Milch oder auch DNA-Tests angeboten. Technik, Medizin und Ernährung gehören zu den Themen in den sieben „Welten“ wie Erde, Mensch oder Cyberspace. In Ruheräumen - Balkone, die über den Köpfen der Besucher in die Themenräume hineinragen - gibt es vertiefende Infos.

Rund 15 Millionen Euro flossen von der Sparkasse KölnBonn in das „Odysseum“, weitere gut 15 Millionen Euro haben Nordrhein-Westfalen und der Bund beigesteuert. „Wir brauchen 360 000 Besucher pro Jahr für eine schwarze Null“, sagt die Sprecherin. Zum Besuchermagneten soll dabei auch die Kinderstadt werden, in der getobt, geklettert und gewerkelt wird. In fünf Metern Höhe können die Kinder angeseilt balancieren, in einer Werkstatt Reifen wechseln oder am Auto-Getriebe basteln. „Bei uns dürfen Kinder alles, sogar das, was sie selbst bei Papa nicht durchkriegen.“

www.odysseum.de

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