T-Mobile startet Google-Handy G1

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Deutsche Presse-Agentur

Der Mobilfunk-Anbieter T-Mobile wird das Google- Handy G1 am 2. Februar in Deutschland auf den Markt bringen. Das teilte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan in Hamburg mit.

Das Mobiltelefon ist besonders für die Internet-Nutzung unterwegs und Dienste des Suchmaschinen-Marktführers Google zugeschnitten. Das Gerät mit berührungsempfindlichem Bildschirm und einer ausklappbaren Tastatur wird mit Zweijahresvertrag ab einem Euro zu haben sein. Das Mobiltelefon konkurriert unter anderem mit dem Apple-Handy iPhone, das in Deutschland ebenfalls exklusiv von T-Mobile vermarktet wird.

Das G1 ist das erste Gerät einer Mobilfunk-Allianz, die den Markt der Smartphones - eine Kombination aus Handy und Mini-Computer - aufrollen will. Die von Google initiierte Open Handset Alliance hat inzwischen mehr als 40 Mitglieder, darunter Mobilfunkanbieter wie T- Mobile und Gerätehersteller wie HTC oder auch Sony Ericsson. Die Allianz entwickelte das Betriebssystem Android. Es ist eine offene Software - das heißt, sie kann von einer weltweiten Entwicklergemeinde ausgebaut werden und für ihre Nutzung werden keine Lizenzgebühren fällig.

Für das erste Android-Handy können Softwareentwickler ähnlich wie bei Apples iPhone verschiedene Programme online anbieten. Das Softwareangebote gilt als ein Garant für künftiges Wachstum. Inzwischen sind es mehr als 700 Programme. Der Internet-Zugang läuft unterwegs über schnelle UMTS-Netze, auch ein GPS-Navigationschip ist an Bord. Der Zugang zu Google-Diensten wie E-Mail oder Karten wurde besonders erleichtert. Das Gerät biete „das beste mobile Internet- Ergebnis“, sagte Akhavan. „Google ist der Internet-Experte“, sagte Peter Chou, der Chef des G1-Herstellers HTC.

Sogenannte Smartphones - eine Kombination aus Handy und Mini- Computer - gelten als die Zukunft der Branche. Allerdings hat sich in der aktuellen Wirtschaftskrise das Wachstum des Bereichs stark verlangsamt. Zugleich dürfte der gesamte weltweite Handy-Markt in diesem Jahr nach bisherigen Schätzungen um rund fünf Prozent schrumpfen. Es wäre der erste Absatzrückgang in der Handy-Branche seit 2001.

Die schlechteren Geschäfte sind eine Folge der aktuellen Wirtschaftskrise, die Unternehmen und Verbraucher vom Kauf neuer Mobiltelefone abhält. Zugleich nimmt vor allem bei Smartphones die Konkurrenz zu. Erst vor wenigen Tagen stellte der schon oft totgesagte Wettbewerber Palm sein neues Modell Pre vor, dass von Fachleuten begeistert aufgenommen wurde. Zuletzt hielt der finnische Handy-Weltmarktführer Nokia mit seinem Betriebssystem Symbian knapp die Hälfte des Smartphone-Marktes. Doch vor allem Apple mit seinem iPhone holt schnell auf. Weitere starke Wettbewerber sind die vor allem auf E-Mail-Nutzung ausgerichteten BlackBerry-Handys von Research in Motion und die Geräte auf Microsofts Plattform Windows Mobile.

Das G1 stammt von dem taiwanesischen Hersteller HTC, der in den vergangenen Jahren bereits mehrere Smartphones für T-Mobile entwickelt hatte. In den USA startete das Google-Handy im Oktober, im November kam es auch in Großbritannien auf dem Markt. Nach einem großem Rummel um das Google-Handy wurde es um die Geräte eher ruhig. Demnächst dürften Marktforscher erste Absatzzahlen vorlegen.

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