T-Mobile arbeitet mit Nokia bei Handy-Diensten

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Deutsche Presse-Agentur

Der Mobilfunk-Betreiber T-Mobile will mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia bei Diensten für Mobiltelefone zusammenarbeiten.

T-Mobile-Kunden mit Nokia-Handys sollen von der zweiten Jahreshälfte an direkt auf die Nokia-Plattform Ovi zugreifen können, kündigte der deutsche Mobilfunkbetreiber am Dienstag auf dem Mobile World Congress in Barcelona an.

Die beiden Unternehmen legen damit einen heftigen Streit endgültig bei: Vor einem Jahr hatte T-Mobile es strikt abgelehnt, den Kunden einen Zugang zum Ovi-Angebot zu öffnen. Nokia habe damals die eigenen Dienste zu sehr in den Vordergrund gestellt, argumentierte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan seinerzeit. Nokia hatte am Montag in Barcelona angekündigt, Ovi (Finnisch für „Tür“) zu einem Software-Marktplatz nach dem Vorbild des App Store für Apples iPhone auszubauen.

Gleichzeitig entwickelt T-Mobile auch die eigene Handy-Internet-Plattform weiter. Bereits vom ersten Quartal 2009 an sollen die Kunden kleine Programme für mobile Dienste, sogenannte Widgets, auch auf anderen Geräten als dem iPhone oder dem Google-Handy G1 nutzen können.

Damit können die Nutzer direkt auf Online-Dienste wie Instant Messenger oder Onlineshops zugreifen. Und auch bei den Tarifen versucht T-Mobile, einem breiteren Publikum die Internet-Nutzung unterwegs schmackhaft zu machen. So sollen Pakete für Sprachtelefonie und Datendienste in Zukunft nicht mehr nur den Kunden mit Smartphones vorbehalten sein.

Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Kunden, die mobiles Internet nutzen, um 30 Prozent gewachsen, sagte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan. Der Datenverkehr habe sich mehr als verdreifacht und die Umsätze mit Daten seien um mehr als 40 Prozent gewachsen. Um dem Boom der mobilen Datendienste Herr zu werden, müssen die Betreiber ihre Netze aufrüsten.

Wie der kleine Konkurrent O2 will auch T-Mobile 2009 den Testbetrieb mit der Technologie HSPA+ starten, die Download-Geschwindigkeiten von 28 MBit pro Senkunde ermöglichen soll. Außerdem experimentiert die Telekom-Mobilfunksparte weiter mit dem UMTS-Nachfolger Long Term Evolution (LTE), der in der Spitze Downloadraten von mehr als 100 Megabit je Sekunde ermöglichen soll. Wann die Technologie für die Kunden in Deutschland verfügbar sein wird, konnte Akhavan noch nicht sagen.

Außerdem kündigte T-Mobile weitere neue Touchscreen-Handys und Notebooks an. Im Laufe des Jahres sollen auch weitere auf dem Google-Betriebssystem Android basierende Geräte vorgestellt werden. Einer der Entwicklungspartner sei die chinesische Huawei Technologies. Im Vorfeld der Handy-Messe war mit einer ganzen Flut von Android-Handys gerechnet worden. Bislang blieb diese allerdings aus.

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