Tödliche Gewalttat: Geschwisterpaar in Dresden getötet

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Deutsche Presse-Agentur
Simona Block

Ein gelbes Mehrfamilienhaus am Rande des Dresdner Szeneviertels Neustadt: Hinter dem Zaun stehen die Fahrräder ordentlich im Ständer, einige Fenster sind mit Rollos verschlossen, hinter anderen sind Orchideen zu sehen.

Nur einige uniformierte Polizisten und ein rot-weißes Absperrband verraten, dass alles anders ist als sonst. Auf dem Grundstück, zu dem auch ein zweistöckiges Nebengebäude gehört, geschah am Vorabend eine tödliche Gewalttat. Die Opfer sind zwei kleine Kinder, ihre Mutter ist verletzt im Krankenhaus, der Vater in Untersuchungshaft - unter Mordverdacht.

Männer in weißen Overalls sichern am und vor dem Eingang zu der separaten Wohnung noch immer die Spuren des Geschehens. Ein großer dunkelblauer Kleinbus verhindert neugierige Blicke, die Straße aber ist weitgehend leer. Mehrere Polizisten in Uniform sichern die von einem Baustellengitter versperrte Einfahrt.

Was genau sich rund 20 Stunden zuvor in der Erdgeschosswohnung abgespielt hat, ist noch weitgehend unbekannt. Staatsanwaltschaft und Polizei sind zurückhaltend mit Informationen zu Hintergründen, Motiven und Tathergang und verweisen auf die Ermittlungen. Vermutet wird, dass die Geschwister im Zuge einer Auseinandersetzung zwischen den Eltern getötet wurden. Zum Stand der Beziehung zwischen dem 55 Jahre alten Franzosen und der 26 Jahre alten Senegalesin aber machen die Behörden ebenso keine Angaben wie darüber, ob die Familie zusammen lebte.

Anwohner hatten die Polizei gerufen. Um 19 Uhr fanden Beamte und Rettungskräfte das Mädchen und den Jungen in der Wohnung. Für die Zweijährige kam jede Hilfe zu spät, der Fünfjährige war lebensgefährlich verletzt und starb in der Nacht. Die Mutter wurde verletzt vor der Wohnung angetroffen und kam ins Krankenhaus. Der Vater konnte schnell „im Umfeld“ festgenommen werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen zweifachen Mordes erlassen. Die Ermittlungen gehen an diesem Wochenende weiter.

2018 hatten zwei andere Väter in Sachsens Landeshauptstadt ihre Kinder beim Wochenendbesuch im Plattenbau umgebracht - im Streit mit und aus Rache an deren Müttern. Ein 36-Jähriger erstickte seine drei Jahre alte Tochter. Er wurde im September 2018 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter gingen davon aus, dass er die getrennt von ihm lebende Mutter des Kindes bestrafen wollte. Sie stellten die besondere Schwere der Schuld fest, die eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.

Seit Ende März muss sich ein 56-Jähriger am Dresdner Landgericht wegen Mordes an zwei Mädchen verantworten. Er soll im Juli seine drei Jahre alte leibliche sowie die sechsjährige Stieftochter grausam getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann es nicht verwinden konnte, dass sich die Mutter der Kinder von ihm getrennt hatte. Der Prozess dauert an.

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