SUV-Welle an der Seine

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 Die neue Auflage des Mercedes GLE will in der Luxusliga punkten.
Die neue Auflage des Mercedes GLE will in der Luxusliga punkten. (Foto: dpa)
Thomas Geiger

Der SUV-Rausch geht weiter: Auch auf der Automesse Pariser Salon dreht sich bis zum 14. Oktober fast alles um Geländewagen für Stadt und Land. Zwar fehlt beinahe ein Dutzend Aussteller, darunter Marken wie VW, Ford, Opel, Mazda oder Nissan. Und es klaffen entsprechend große Lücken in den Hallen an der Porte des Versailles. Doch wer es an die Seine geschafft hat, der rückt in aller Regel einen Allradler ins Rampenlicht.

Dabei schwappt die Welle der SUV durch alle Fahrzeugklassen: In der Luxusliga wollen BMW und Mercedes mit den neuen Auflagen von X5 und GLE punkten. In der Mittelklasse schickt Seat den Taracco als ersten SUV mit sieben Sitzen aus Spanien ins Rennen. In der Kompaktklasse macht sich Citroën mit dem C5 Aircross große Hoffnungen im Kampf gegen VW Tiguan und Co. Und in der Liga darunter rollt die feine Citroën-Markenschwester DS den DS3 Crossback auf die Bühne.

Natürlich ist ein Geländewagen nicht das vernünftigste Fahrzeugkonzept. Erst recht nicht, wenn er die meiste Zeit in der Stadt bewegt wird. Doch das schlechte Gewissen der Fahrer wird kleiner. Denn immer mehr SUV werden elektrifiziert. Das beginnt bei konventionellen Hybriden, die Toyota beim RAV-4 und Honda beim CR-V in Paris zeigen. Hinzu kommen Plug-in-Modelle, wie sie BMW und Mercedes für X5 und GLE, Citroën und Peugeot für C5 Aircross und 5008 sowie Renault für den Captur ankündigen. Und es gipfelt in jenen voll elektrischen Autos, mit denen die etablierten Hersteller die Jagd auf Tesla eröffnen.

Saubere und starke SUV

Nicht umsonst stehen an der Seine Stromer wie der Audi e-Tron oder der Mercedes EQC in der ersten Reihe. Wem die jeweils rund 80 000 Euro für gute 400 Kilometer Reichweite zu viel sind, den lockt Kia zwei Klassen darunter mit dem e-Niro, der von Paris aus ebenfalls als elektrischer SUV durchstartet – genau wie der DS3 Crossback. Klar aber auch, dass die SUVs nicht nur sauber, sondern ebenfalls stark sein können. Das beweisen Skoda mit dem auf 240 PS getunten Kodiaq RS, Porsche mit dem überarbeiteten Macan und Seat mit der Einführung der Tuningmarke Cupra, die sich als erstes den Ateca vorgenommen und auf 300 PS gebracht hat.

Zwar ist der SUV-Siegeszug scheinbar unaufhaltsam. Doch so ganz klein beigeben wollen die anderen Segmente noch nicht. Als konventionelle Limousine für die gehobene Mittelklasse feiert bei BMW die siebte Generation des Dreiers ihren Einstand. Mercedes zieht das Tuch von der neuen B-Klasse. Und auch in der Kompaktklasse tut sich etwas: Skoda bringt gegen den VW Golf so langsam den Nachfolger des Rapid Spaceback in Stellung, der in Paris noch als seriennahe Studie Vision RS gezeigt wird. Toyota bereitet mit dem Comeback des Corolla – ausschließlich mit Hybridmotoren, als Fünftürer und Kombi lieferbar – den Abschied vom Auris vor. Und Kia präsentiert mit dem Proceed den vielleicht schönsten Kombi im Segment. Raum für Visionen oder Träume bleibt in Paris dagegen kaum. Die einzigen neuen Sportwagen sind die exklusiven Monza-Modelle von Ferrari und der Porsche 911 Speedster.

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