SUV auf Schmusekurs

Lesedauer: 4 Min

Der C5 Aircross will mit sanft abgerundeten Ecken und weichen Flächen punkten.
Der C5 Aircross will mit sanft abgerundeten Ecken und weichen Flächen punkten. (Foto: William Crozes @ Continental Productions)
Thomas Geiger

Der Citroën C5 Aircross setzt auf defensives Design und hohen Fahrkomfort.

Citroën macht Schluss mit dem Imponiergehabe auf der Buckelpiste und geht mit seinen SUV weiter auf Schmusekurs. Während sich Geländewagen wie der VW Tiguan als Vorstadtpanzer geben und stur die Ellbogen ausfahren, wollen die Franzosen mit ihrem ersten selbst entwickelten Abenteuermodell für die Mittelklasse beweisen, dass man mit so einem Kraxler durchaus auch kuscheln kann – und bringen dafür den C5 Aircross in Stellung.

Der Neuzugang aus Paris, der im Januar zu Preisen von gut 20 000 Euro aufwärts in den Handel kommt, verkneift sich deshalb nicht nur alle Aggressionen beim Auftritt und erhält stattdessen ein bewusst defensives Design mit sanft abgerundeten Ecken und weichen Flächen. Gleichzeitig lockt er auch mit besonders weichen Sitzen, einer dank dreier verschiebbarer, versenkbarer und verstellbarer Sessel im Fond überdurchschnittlich hohen Variabilität, einem konkurrenzlos großen Kofferraum, der schon bei voller Bestuhlung zwischen 580 und 720 Liter schluckt und sich auf bis zu 1630 Liter erweitern lässt, und – typisch für Citroën – mal wieder mit einem neuen Fahrwerk. Als erster Hersteller puffern die Franzosen ihre Stahlfedern mit hydraulischen Anschlägen, erinnern so an die Luftkissen der legendären DS und versprechen daher einen außergewöhnlich hohen Komfort.

Eng verwandt mit Peugeot 3008

Von diesem Anspruch, dem Softie-Look und den abgerundeten Rechtecken als ständig wiederkehrendes Designmerkmal einmal abgesehen, ist der C5 Aircross allerdings ein vorhersehbares Kind der sogenannten EMP2-Architektur geworden und eng verwandt mit Konzernmodellen wie dem neuen DS7 oder dem Peugeot 3008. Das gilt für das Format mit 4,50 Metern Länge und 2,73 Metern Radstand genauso wie für die Ausstattung mit automatischer Abstandsregelung, einer aktiven Hilfe bei Spurführung und -wechsel oder der 360-Grad-Kamera.

Und das gilt nicht zuletzt auch für die Motoren. Denn genau wie seine Plattformbrüder gibt es den C5 Aircross mit Drei- und Vierzylindern für Benzin und Diesel, die eine Spanne von 130 bis 180 PS abdecken und zum ersten Mal mit einer Achtgangautomatik kombiniert sind. Wie 3008 und DS7 wird er als erstes Modell von Citroën Ende nächsten Jahres zum Plug-In-Hybriden aufgerüstet, der immerhin bis zu 60 Kilometer weit stromern soll. Die beiden Elektromotoren drücken aber nicht nur den Verbrauch und steigern die Leistung auf 300 PS. Sondern weil einer der Stromer die Hinterachse antreibt, wird der C5 zumindest in dieser Version tatsächlich zum SUV und wühlt sich mit Allrad auch durch schweres Terrain.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen