Stars und klarer Sieger: Sieben Césars „Séraphine“

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Deutsche Presse-Agentur

Mit sieben Auszeichnungen hat der Film „Séraphine“ im Rennen um die Césars überraschend den zehnfach nominierten Favoriten „Public Enemy No.1“ geschlagen. Der Siegerfilm von Martin Provost erhielt am Freitagabend in Paris unter anderem den César für den besten französischen Film, die beste Schauspielerin (Jolande Moreau) und das beste Originaldrehbuch. Die deutsch-französische Koproduktion handelt von der naiven Malerin Séraphine Louis, bekannter als Séraphine de Senlis, die von dem deutschen Sammler Wilhelm Uhde entdeckt wurde. Die Trophäe für den besten Film wurde im Théâtre du Châtelet von dem US-Schauspieler Sean Penn überreicht, der vergangene Woche den Oscar als bester Hauptdarsteller mit dem Streifen „Milk“ gewonnen hatte.

Der Film über die Malerin, die sich ihren Lebensunterhalt als Putzfrau verdiente und ab 1930 dem Wahnsinn verfiel, bekam des weiteren den César für die beste Musik und das beste Szenenbild. Der geschlagene Favorit „Public Enemy No.1“ des jungen Regisseurs Jean- François Richet über den berühmten Verbrecher Jacques Mesrine gewann jedoch die Auszeichnung für die beste Regie. Die Kriminal-Saga vereint einige der bekanntesten französischen Schauspieler wie Gérard Depardieu, Cécile de France und Vincent Cassel, der für seine Hauptrolle in dem Thriller den Preis für den besten Schauspieler erhielt. Der erste Teil der zweiteiligen Gangsterbiografie kommt am 23. April in die deutschen Kinos.

Den César für den besten ausländischen Film gewann der erste animierte Dokumentarfilm „Waltz with Bashir“ des israelischen Regisseurs Ari Folman. In dem Film arbeitet Folman seine Erinnerungen an den Libanon-Krieg 1982 auf. Die israelisch-deutsch-französische Produktion wurde im Januar bereits mit dem Golden Globe als bester ausländischer Film ausgezeichnet.

Die Ehrentrophäe ging an den Hollywood-Star Dustin Hoffman. Der zweimalige Oscar-Gewinner wurde am Donnerstag von der französischen Kulturministerin Christine Albanel mit dem Orden der Künste und der Literatur ausgezeichnet. Der 71-Jährige hielt sich für mehrere Tage in Paris auf, wo er seinen neuen Film „Liebe auf den zweiten Blick“ vorstellte. Der Ehren-César wurde ihm von Emma Thompson überreicht, seiner Partnerin in dem neuen Film, der Mitte April in Deutschland anläuft. Unter den internationalen Leinwandstars, die der diesjährigen Zeremonie Glanz verliehen, war auch die deutsche Schauspielerin Diane Krüger.

Der erfolgreichste französische Film bislang, „Willkommen bei den Schi'tis“, ging bei der Preisverleihung leer aus. Er war nur einmal für das beste Originaldrehbuch nominiert, was vor der Verleihung für Aufregung gesorgt hatte. Der beliebte Regisseur und Hauptdarsteller Dany Boon wollte deshalb der Zeremonie fern bleiben, seine überraschende Präsenz löste deshalb viel Beifall aus. Die Komödie, die 2008 mehr als 20 Millionen Franzosen vor die Leinwand lockte, wurde von dem im Januar 2009 verstorbenen Schauspieler, Regisseur und Produzenten Claude Berri finanziert, für den eine Gedenkminute eingelegt wurde.

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