Stararchitekt Scheeren gestaltet „Bühne“ für Dean & DeLuca

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Ole Scheeren
Durch Ole Scheerens „STAGE“ wird das Feinkostgeschäft Dean & DeLuca zu einem kommunikativ interaktiven Raum. (Foto: Julian Faulhaber/Büro Ole Scheeren / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der deutsche Stararchitekt Ole Scheeren hat ein neues Design für den traditionsreichen New Yorker Feinkostladen Dean & DeLuca geschaffen.

Zur Neueröffnung eines Geschäfts der legendären Gourmet-Kette im Meatpacking District am Montag präsentiert sich die Kultmarke mit einer „STAGE“ (Bühne) genannten offenen Küche, die Essenskultur mit den Köchen und Kunden feiern will.

„Wir zelebrieren nicht nur die Zutaten und Speisen, sondern auch den Prozess und vor allem die Menschen, die daran beteiligt sind: Köche und Konsumenten“, sagte Scheeren der Deutschen Presse-Agentur in Peking, wo er sein Hauptbüro hat. Der gebürtige Karlsruher ist bekannt für den preisgekrönten CCTV-Tower und das Guardian Kunstzentrum in Peking sowie den Wohnkomplex Interlace in Singapur oder das Hochhaus MahaNakhon in Bangkok.

Im Mittelpunkt des neuen „STAGE“-Designs steht eine 45 Quadratmeter große und 3 Meter hohe Küche aus zwei Blöcken, deren spiegelnde Edelstahl-Oberflächen die jeweilige Umgebung reflektieren. „Es entsteht somit ein Dialog zwischen dem abstrakten Volumen der 'STAGE' und dem lokalen Kontext, was immer neue und abwechslungsreiche Erfahrungen erzeugt“, schilderte der 48-Jährige.

„Die Köche und Baristas werden zu Darstellern, die Zubereitung zur Inszenierung.“ Die Gäste könnten in einem kommunikativ interaktiven Raum an dem „Spektakel“ teilnehmen, sagte Scheeren, der den Prototypen von „STAGE“ in seinem Berliner Büro bauen ließ. „Es geht um den Gedanken, Essen als Kultur zu verstehen und diese Verbindung herzustellen - ganz im Sinne der Tradition Dean & DeLucas.“

Ihr erstes Delikatessengeschäft hatten der frühere Lehrer, spätere Käsehändler Giorgio DeLuca und der Verlagsmanager Joel Dean 1977 im New Yorker Stadtteil SoHo eröffnet. Sie führten damals Spezialitäten aus aller Welt wie edles Olivenöl aus Sizilien, sonnengetrocknete Tomaten, Balsamico, geräucherter holländischer Gouda, Loganbeeren oder australischen Leatherwood-Honig ein.

Schauspieler wie Robert De Niro, Musiker wie David Bowie oder Künstler wie Donald Judd verkehrten bei Dean & DeLuca. Es wurde Anlaufstelle für Kreative und Touristen gleichermaßen - auch beliebter Drehort für Filme.

Im einer berühmten Szene in „Hannibal“ (2001), der Fortsetzung von „Das Schweigen der Lämmer“, ist der Serienkiller und Kannibale Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) zu sehen, wie er aus einer weißen Box von Dean & DeLuca isst - neben Kaviar und Foie Gras hatte er auch geschmortes menschliches Hirn hineingepackt.

Das Restaurant-Design ist Neuland für Scheeren, der sich in seiner Arbeit aber immer damit auseinandersetzt, wie Menschen miteinander leben und was Gebäude zur Qualität des Lebens beitragen können. „Fast-Food ist wahrscheinlich die unsozialste und am wenigsten kommunikative Form des Essens“, sagte Scheeren. „Viele Menschen kommen alleine, anders als in einem Restaurant. Wir wollten diese Erfahrung auf eine andere Ebene heben - aktiver und kommunikativer.“

Die Küche soll als sozialer und visueller „Magnet“ funktionieren, an dem Menschen zusammenkommen, kommunizieren und konsumieren. Die einfach reproduzierbare „Bühne“ könnte auch eine Art Sprungbrett werden. Noch in diesem Jahr soll ein weiterer New Yorker Laden der Fast-Food-Gourmet-Kette das neue Design bekommen. In den USA, Asien und dem Nahen Osten betreibt Dean & DeLuca Dutzende Läden. Denkbar wäre auch eine weitere weltweite Expansion.

Seit 2014 gehört Dean & DeLuca dem thailändischen Investor Pace Development, mit dem Scheeren beim MahaNakhon-Tower in Bangkok kooperiert hat. Dort gibt es auch schon einen Dean & DeLuca-Laden.

Der Architekt Scheeren arbeitet gegenwärtig auch in Frankfurt am Main am Riverpark Tower, einer Umwandlung eines Büroturms in ein Wohnhaus. Zudem baut der gebürtige Karlsruher zwei Wohntürme in Vancouver und einen Empire City genannten Wolkenkratzer in Hoh Chi Minh City in Vietnam. Außer in Peking unterhält er Büros in Berlin, Hongkong, Bangkok, New York und London.

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