„Sprachpanscher“ des Jahres: DFB für Negativpreis sinnloser Anglizismen nominiert

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Was Bundestrainer Joachim Löw von dem Slogan hält? Der DFB wirbt damit groß, wie hier am Rande einer Pressekonferenz.
Was Bundestrainer Joachim Löw von dem Slogan hält? Der DFB wirbt damit groß, wie hier am Rande einer Pressekonferenz. (Foto: dpa)
Agence France-Presse

Bei der Wahl zum „Sprachpanscher“ des Jahres 2018 steht diesmal der Deutsche Fußballbund ganz oben auf der Kandidatenliste. Das teilte der Verein Deutsche Sprache (VDS) in Dortmund der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Sprachexperten kritisieren den Spruch „Best neVer rest“, mit dem der DFB die deutsche Nationalmannschaft zur Fußball-WM nach Russland schickt. Der Slogan klinge „wie die ungelenke Formulierung eines russischen Englischschülers im ersten Lernjahr“, erklärte der Verein.

Der Discounter Lidl gilt ebenfalls als potenzieller „Sprachpanscher“, weil er unter anderem in seinen deutschen Filialen dem VDS zufolge mit „kistenweise peinlichem Angeberdenglisch“ wirbt - „Mum's fashion, color is beautiful, you've got the power“.

Als weitere Kandidaten stehen das Bekleidungsunternehmen C&A wegen Sprüchen wie „Hello sunshine/hello smile“ und die Siemens AG wegen „sprachlicher Klimmzüge“ im Leitspruch „Ingenuity for Life“ auf der Liste. Die Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen wiederum landete unter den Kandidaten, weil sie ihre Projekte ebenfalls gern fremdsprachlich benennt. Von drei aktuellen Projekten trügen drei einen englischen Namen, kritisiert der Sprachverein.

Der VDS, nach eigenen Angaben Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, setzt sich für die Förderung und den Erhalt der deutschen Sprache ein und kämpft unter anderem gegen die übermäßige Verwendung von Anglizismen. Seit 1998 vergibt der Verein jährlich den Negativpreis „Sprachpanscher“ an Firmen, Institutionen oder Menschen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Evangelische Kirche Deutschlands. Abgestimmt werden kann in diesem Jahr bis zum 24. August.

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