Softwareunternehmer Marco Börries verlässt Yahoo!

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Schwäbische Zeitung

München/Sunnyvale (dpa) ­ Der deutsche Softwareunternehmer Marco Börries verlässt den US-Internetkonzern Yahoo! Ende April. Das bestätigte Börries am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Ähnlich wie in einer E-Mail an seine Mitarbeiter begründete Börries seinen Rückzug mit den Belastungen, die ein „Leben zwischen zwei Kontinenten“ für einen Familienleben mit sich bringe. Börries hatte noch vor einer Woche für Yahoo! auf dem Mobile World Congress in Barcelona die neue Mobilfunksoftware des kalifornischen Unternehmens präsentiert.

„Ich wollte diesen Schritt eigentlich schon im vergangenen Sommer machen, konnte aber (den damaligen Yahoo!-Chef) Jerry Yang nicht hängen lassen“, sagte Börries der dpa. Yahoo!-Mitbegründer Yang stand im vergangenen Jahr stark in der Kritik von Großaktionären und machte im November 2008 den Weg für seine Nachfolgerin Carol Bartz frei. Börries betonte, er habe derzeit keine konkreten beruflichen Pläne, sondern wolle sich vor allem seiner Familie widmen. „Ich werde aber nicht in Rente gehen“, sagte der 40 Jahre alte Software-Spezialist.

In Deutschland galt Börries in den achtziger Jahren als eine Art „Wunderkind“. Er entwickelte damals die Bürosoftware StarOffice, mit der der norddeutsche Jungunternehmer gegen Microsoft antrat. 1999 verkaufte Börries das Programm an den kalifornischen Computerkonzern Sun, der die in Deutschland entwickelte Software als Open-Source- Projekt „OpenOffice“ weltweit gegen Microsoft positionierte. Zu Yahoo! kam Börries im August 2001 mit seiner zweiten Unternehmensgründung, VerdiSoft, und war dort als „Executive Vice President Connected Life Division“ unter anderem für die Mobilfunkstrategie des Internetriesen zuständig.

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