Schwarzes Loch schießt superschnelle Materie ins All

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Deutsche Presse-Agentur

Ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum unserer Nachbargalaxie Centaurus A schießt Elektronen mit rund 150 000 Kilometern pro Sekunde ins All. Das zeigen Untersuchungen der Europäischen Südsternwarte (ESO).

Erstmals sei die spektakuläre Riesengalaxie, die zurzeit einen kleineren Begleiter verschlingt, in einer Kombination aus Röntgen- und Radiowellen im sogenannten Submillimeterbereich abgelichtet worden, berichtete die ESO am Mittwoch in Garching bei München.

Von der Erde aus ist die 13 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie im südlichen Sternbild Zentaur fast genau von der Seite zu sehen. Zwei große Materiestrahlen schießen aus ihrem Zentrum mit extremer Geschwindigkeit nach oben und unten ins All. Wie solche auch von anderen aktiven Galaxien bekannten „Jets“ genau entstehen, ist noch nicht im Detail bekannt.

Das Bild zeigt sowohl die Wärmestrahlung der zentralen Galaxienscheibe, als auch Radio- und Röntgenstrahlung vom Galaxienzentrum und den Jets. Außerdem zeichnet sich die Submillimeter-Strahlung der ins All geschleuderten Elektronen ab, die im Magnetfeld der Galaxie Spirallinien fliegen. Aus der Analyse dieser Strahlung können die Astronomen die Schnelligkeit der Teilchen bestimmen: Es ist die halbe Lichtgeschwindigkeit. Die Aufnahme zeigt auch das Röntgenleuchten, das entsteht, wenn die schnellen Elektronen in einer Schockfront vom intergalaktischen Medium gestoppt werden.

Ihre Beobachtungen aus der 5000 Meter hoch gelegenen Atacama-Wüste in Chile beschreiben die Astronomen um Axel Weiß vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ (Bd. 490, S. 77) im Detail. Die verwendete Large APEX Bolometer Camera (LABOCA) wird unter anderem von dem Max-Planck-Institut und der ESO betrieben.

Internet: www.eso.org

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