„Schwanen.See“ in Trier uraufgeführt

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Deutsche Presse-Agentur

Mit dem Tanzstück „Schwanen.See“ ist am Sonntagabend in Trier eine moderne Version des Ballett-Märchens gefeiert worden. Tanztheaterdirektor Sven Grützmacher überzeugte mit einer zeitkritischen Inszenierung des Klassikers aus heutiger Sicht.

Er platzierte des Drama um Liebe und Verrat in eine Gesellschaft, die von Tempo, Oberflächlichkeit und menschlicher Kälte geprägt ist. Das Stück, das Grützmacher als Uraufführung bezeichnete, wurde im Theater Trier vom Publikum mit minutenlangem Beifall belohnt.

Bei „Schwanen.See“ ist Einiges anders als beim klassischen „Schwanensee“: Protagonist Prinz Siegfried hat auch einen Vater, Premierminister Rotbart ist ein „Guru“ und statt weißer Schwäne gibt es weiße Wesen. Auch bei der Musik hat Grützmacher Veränderungen vorgenommen. Im zweiten Teil wird zwar auch Peter Tschaikowsky gespielt, aber die 6. Symphonie (Pathétique).

Klassiker wie „Schwanensee“ müssten heute „übersetzt“ werden, sagte der Choreograph. „Mir würde niemand mehr abnehmen, wenn ein Prinz in weißer Strumpfhose mit Armbrust auf den Schwan zielt.“

[Theater Trier]: Am Augustinerhof, 54290 Trier

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