School Of Seven Bells live in Köln

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Deutsche Presse-Agentur

Die Brooklyner Band School Of Seven Bells gastierte im Kölner Studio 672. Sie schafften es bei ihrem Auftritt innerhalb von Minuten, das Publikum mit einer Mischung aus dezent eingesetzter Elektronika, Feedback-Gitarren und glockenklarem Gesang in ihren Bann zu ziehen.

School Of Seven Bells besteht aus den Zwillingen Alejandra und Claudia Deheza sowie Benjamin Curtis, ein ehemaliges Mitglied von Secret Machines. Nach einigen (Promo-)Veröffentlichungen und Samplerbeiträgen veröffentlichten sie 2008 ihr aktuelles Album „Alpinisms“.

In den 80ern und 90ern wären die Amerikaner sicherlich vom damals geschmacksführenden Label 4AD mit Kusshand unter Vertrag genommen worden. Spannend ist nun, dass sie ihr Debütalbum auf dem in Michigan gegründeten Label Ghostly International veröffentlichen. Einem Label, auf dem sich ansonsten recht spezielle Elektroniksologrößen wie Lusine oder Mathew Dear finden und das auf seinem Sublabel Spectral Sound mit Künstlern wie Sami Koivikko oder Mikael Stavöstrand einen ganz speziellen Dancefloor zelebriert.

Der Versuch, die Musik der Band zu beschreiben, eröffnet eine Menge Referenzen, von denen nur keine richtig passen will. Vom Gesang her sind sie Stereolab sehr ähnlich, von der Musik her sind School Of Seven Bells allerdings deutlich meditativer. Mit My Bloody Valentine haben die School Of Seven Bells die Feedbackgitarren und die Art des weiblichen Gesang gemeinsam.

Im Kölner Studio 672 sangen die Zwillinge und spielten Keyboard und Gitarre, Benjamin Curtis spielte ebenfalls Gitarre. Am Anfang herrschte eine noch verhaltene Lautstärke, die im letzten Drittel des Auftritts allerdings deutlich und vernünftiger Weise aufgedreht wurde. Was auffällt, ist allerdings, dass das Live-Feeling unter dem eingesetzten Drumcomputer leidet. Ein Schlagzeuger hätte dem leicht statischen Auftreten sicherlich entgegengewirkt.

Das wesentliche Merkmal der Band, und zwar der betörende Gesang von Alejandra und Claudia Deheza, kam gut rüber. Während des ganzen Konzerts war kein einziger falscher Ton zu hören. Die beiden Sängerinnen können, wenn sie wollen, wie eine einzige Person klingen, ohne dass es ihnen irgendwelche erkennbare Mühe bereitet. Das Publikum hängt während des gesamten Konzerts an den Lippen der Zwillinge, was nicht zuletzt bei den leisen Stücken deutlich wird, bei denen man im Studio 672 kein Mucks zu hören ist.

School Of Seven Bells und ihr Debütalbum stehen dafür, wie sehr gerade in diesem Jahrzehnt musikalische Genregrenzen erfreulicher Weise aufgeweicht wurden. Gemessen an der Dauer ihres Bestehens hat die Band in Köln einen exzellenten und professionellen Gig hingelegt. Bis Juni diesen Jahres haben sie nun Gelegenheit, auf ihrer ausgedehnten Tour ihr Liveprofil zu schärfen und neue Fans zu gewinnen. Eine musikalische Zukunft ist ihnen in jedem Fall gewiss.

www.myspace.com/schoolofsevenbells

www.schoolofsevenbells.com

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