Schirn zeigt Spätwerk von Ernst Wilhelm Nay

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Deutsche Presse-Agentur

Dem Spätwerk des Malers Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) widmet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt bis zum 26. April eine umfangreiche Ausstellung. Gezeigt werden unter dem Titel „E.W. Nay - Bilder der 1960er Jahre“ rund 30 großformatige Gemälde und knapp 90 Arbeiten auf Papier.

Die Werkschau würdigt damit erstmals das Spätwerk eines der wichtigsten Vertreter der abstrakten Malerei in Deutschland, wie Schirn-Direktor Max Hollein in Frankfurt mitteilte. Die gezeigten Arbeiten entstanden vor allem in den Jahren nach Nays Teilnahme an der documenta III in Kassel im Jahr 1964 bis zu seinem Tod in Köln.

Zu sehen ist auch eine Rekonstruktion des sogenannten Nay-Raums der documenta III, in dem drei großformatige Werke von der Decke hängend als Ensemble gezeigt werden. Das Kunstwerk löste unter Kritikern, Galeristen und Künstlern bei seiner Präsentation 1964 eine hitzige Debatte aus. „Wenn man diese Arbeit heute sieht, sieht man kein einziges Staubkorn der Geschichte“, sagte Hollein.

Nay, dessen Werke während der NS-Diktatur als „Entartete Kunst“ diffamiert wurden, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1951 in Hofheim im Taunus und pflegte enge Kontakte zur Kunst-Szene des Rhein-Main-Gebietes. Das Gesamtwerk umfasst nach Angaben von Kuratorin Ingrid Pfeiffer rund 2500 Zeichnungen und 1300 Gemälde. Im Anschluss an Frankfurt ist die Ausstellung vom 7. Mai bis zum 9. August im Berliner Haus am Waldsee zu sehen.

www.schirn-kunsthalle.de

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