Schandmaul im Interview: „Wir wollen in eine Fantasiewelt entführen“

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Sänger Thomas (Vierter von links) ist meeraffin. Und so kommen auch nautische Themen auf dem neuen Schandmaul-Album unter.
Sänger Thomas (Vierter von links) ist meeraffin. Und so kommen auch nautische Themen auf dem neuen Schandmaul-Album unter. (Foto: Robert Eikelpoth)
Schwäbische Zeitung

Am Freitag ist mit „Artus“ das neue Album von Schandmaul erschienen. Christiane Wohlhaupter hat mit Sänger Thomas über Legenden, Santiano und Festivals gesprochen.

Thomas, was ist das Spannende an der Welt des britischen König Artus, nach dem ihr euer Album benannt habt?

Die Geschichte gibt unfassbar viel her. Sie ist eine der größten Mythen und Sagen Europas. Was es da nicht alles für Themen und Charaktere gibt! Die historische Person, auf der das beruhen könnte, hat ja 500 Jahre früher gelebt, als die Sage dann spielt. Diese romantisierte, idealisierte Form von Mittelalter, mit schimmernder Rüstung und Burg und der Suche nach dem Gral – das ist genau die Fantasiewelt, in die wir entführen wollen. Wir haben da gleich drei Geschichten rausgepickt.

Zu „Die Insel – Ynys Yr Afallon“ habt ihr ja bereits ein Video veröffentlicht. Kannst du dir vorstellen, auch zu „Der Gral“ und „Die Tafelrunde“, die Ritterrüstung noch mal überzustreifen?

Das wird sich wahrscheinlich zeitlich und finanziell nicht ausgehen. Wir haben drei Videos veröffentlicht, die auch einen Querschnitt des Albums darstellen. Weitere Videos zu dem Album wird es wohl nicht geben – höchstens irgendwelche Live-Mitschnitte.

Wie aufwändig Musikvideos sein können, zeigt ja auch „Der Totengräber“, bei dem ihr die Puppen tanzen lasst. Wie kam denn die Idee hierzu?

Die Idee stammt von Tommy Krappweis, den man von „Bernd das Brot“ kennt. Er hatte die Idee, dass das perfekt passt zu dieser fast schon satirischen Geschichte des Totengräbers, die Muppet-Puppen tanzen zu lassen. Wer sich einfach nur unterhalten lassen möchte, sieht eine lustige Geschichte. Und wer genauer zuhört, der kann zwischen den Zeilen heraushören, was da noch dahintersteckt.

Ein bisschen Gesellschaftskritik?

Durchaus.

Wie viel Eitelkeit ist denn erlaubt, wenn man eine Muppet-Version von sich selbst erhält?

Da gehört schon ein gehöriger Schuss Selbstironie dazu. Wir haben damit gar kein Problem. Wir haben uns beömmelt, als wir die Puppen zum ersten Mal gesehen haben.

Werden diese Muppets-Versionen von euch noch mal zum Einsatz kommen?

Wer weiß. Sag niemals nie. Jetzt sind die Puppen da und sie werden auf jeden Fall nicht geschreddert.

Mit „Der Kapitän“ und „Der Weiße Wal“ geht es auch raus aufs Meer. Wie wohl fühlt ihr euch dort, seit Santiano dort unterwegs sind?

Ach wir haben maritime Themen schon angeschnitten, als Santiano noch wer weiß wo rumgeschippert sind. Ich bin sehr meeraffin. Ich komme aus Bremen, habe es nicht weit zur Küste gehabt. Wir werden auch weiterhin in den Gewässer fischen.

Was ist das Besondere am Wave Gotik Treffen, auf dem ihr in Leipzig spielt?

Wir sind da gefühlt seit Jahrzehnten dabei. Dieses Festival ist genial. Es ist auf der einen Seite schwarz, aber auch super gut gelaunt. Alle sind zum Feiern da, an jeder Ecke, an der eine Bühne platziert ist, passiert auch irgendwas. Das ist eine schöne Stimmung, da ist das Wetter total egal. Da freuen wir uns drauf.

Lässt sich diese Stimmung auch anderswo erzeugen?

Egal wie viele Menschen kommen, um unserer Musik zu lauschen, sie sind da, um zu feiern. Für die Dauer des Konzertes oder unseres Albums, wollen wir den Leuten Geschichten erzählen, sie in andere Welten entführen. Sie sollen die Möglichkeit haben, einfach mal den Kopf auszuschalten, den Alltag zu vergessen.

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