Säugling stirbt nach Biss des Familienhundes

Lesedauer: 4 Min
Ein Mischlingshund hat einen Säugling in den Kopf gebissen (Symbolfoto).
Ein Mischlingshund hat einen Säugling in den Kopf gebissen (Symbolfoto). (Foto: Sven Hoppe)
Deutsche Presse-Agentur
dpa und AFP
Eine deutschlandweite Regelung zur Haltung von Kampfhunden gibt es nicht. Welche Rassen als gefährlich gelten, listen die einzelnen Bundesländer auf. Häufig werden Rassen wie Pitbull Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier oder American Staffordshire Terrier als gefährlich eingestuft. Für sie gilt auch ein bundesweites Importverbot.

Jährlich sterben in Deutschland im Schnitt drei bis vier Menschen an Hundebissen oder nach Hundestößen. Das Statistische Bundesamt zählte von 1998 bis 2015 insgesamt 64 Todesopfer.

Hundebisse werden bundesweit nicht statistisch erfasst. Für das Jahr 2010 zählte die gesetzliche Unfallversicherung 3610 gemeldete Bissverletzungen — davon etwa 75 Prozent durch Hunde und Katzen. In einer Dissertation, die Beißstatistiken der Bundesländer für 2012 auswertet, werden knapp 3000 Hundebisse an Menschen gezählt. Wenn die Attacken tödlich enden, sind demnach meist Menschen Opfer, die sich schlecht verteidigen können — also Ältere und kleine Kinder.

Bundesweit Aufsehen erregte im Juni 2000 der Fall des kleinen Volkan. Zwei freilaufende American-Staffordshire-Mischlinge stürzten sich auf einem Schulhof in Hamburg auf das spielende Kind und zerfleischten den Sechsjährigen. Daraufhin wurden in den Bundesländern die Gesetze verschärft. In Hannover biss der Staffordshire-Terrier-Mischling „Chico“ Anfang April seine 52 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn tot.

 

Einklappen  Ausklappen 

Ein sieben Monate alter Junge aus dem südhessischen Bad König ist nach einem Biss des Familienhundes gestorben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag gemeinsam mitteilten, biss das Tier das Baby am Vortag in der Wohnung aus zunächst ungeklärter Ursache in den Kopf. Erst Anfang April hatte in Hannover ein Kampfhund — ein Staffordshire-Terrier — eine 52-jährige Mutter und ihren 27-jährigen Sohn in einer Wohnung totgebissen.

Der 23 Jahre alte Vater hatte den Angaben zufolge sofort die Rettungskräfte verständigt, die den kleinen Jungen in eine Klinik brachten. Zunächst war der Zustand des Säuglings stabil, am späten Abend starb er jedoch. Der Vater und die 27 Jahre alte Mutter des Babys stünden unter Schock. Die Polizei sicherte am Dienstagvormittag Spuren vor Ort.

Hund als aggressiv beschrieben

Der Hund wurde in ein Tierheim gebracht. Dort sei er als aggressiv beschrieben worden, berichtete eine Polizeisprecherin. Unklar war zunächst, ob der Hund zu den gefährlichen Rassen gehört. Laut Behörden handelt sich den um einen Mischling, bei dem es sich „nach dem äußeren Ansehen um einen Staffordshire-Mix handeln könnte“.

Zur Liste der gefährlichen Hunde gehört auch der Staffordshire-Terrier. „Es gibt noch widersprüchliche Informationen zu dem Hund“, sagte der Bürgermeister der Odenwaldgemeinde, Uwe Veith, am Dienstag. Es müssten jetzt noch Informationen eingeholt werden — der Hund sei nicht als Kampfhund in der Gemeinde registriert gewesen.

Die Familie sei im Ort unbekannt. „Sie wohnen noch nicht lange hier“, sagte Veith. Einen vergleichbaren Fall habe es in der Gemeinde noch nie gegeben.

Tödliche Bisse in Hannover

In der vergangenen Woche hatte ein Staffordshire-Terrier in Hannover einen 27-jährigen Mann und dessen 52-jährige Mutter totgebissen. Auch dieser Hund befindet sich derzeit in einem Tierheim. Wie es mit ihm weitergeht, ist unklar. Geprüft wird unter anderem die Unterbringung in einer Spezialeinrichtung.

Die Untersuchungen in dem Fall ergaben zudem, dass entgegen ersten Annahmen vor Jahren schon Hinweise auf eine mögliche Gefährlichkeit des Hunds vorlagen. Zudem gab es 2011 auch Zweifel an dessen artgerechter Haltung, wie die Stadt Hannover am Montagabend mitteilte. Der Halter wurde demnach damals zur Vorstellung des Tiers aufgefordert, kam dieser Aufforderung aber nicht nach.

Weitere Maßnahmen wurden nicht umgesetzt. Es sei „kaum erklärlich“, warum dies unterblieben sei, erklärte die Stadt. Dies sei „zweifelsfrei“ ein „gravierendes Versäumnis“ gewesen. Die rechtlichen Konsequenzen würden nun geprüft.

 

Eine deutschlandweite Regelung zur Haltung von Kampfhunden gibt es nicht. Welche Rassen als gefährlich gelten, listen die einzelnen Bundesländer auf. Häufig werden Rassen wie Pitbull Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier oder American Staffordshire Terrier als gefährlich eingestuft. Für sie gilt auch ein bundesweites Importverbot.

Jährlich sterben in Deutschland im Schnitt drei bis vier Menschen an Hundebissen oder nach Hundestößen. Das Statistische Bundesamt zählte von 1998 bis 2015 insgesamt 64 Todesopfer.

Hundebisse werden bundesweit nicht statistisch erfasst. Für das Jahr 2010 zählte die gesetzliche Unfallversicherung 3610 gemeldete Bissverletzungen — davon etwa 75 Prozent durch Hunde und Katzen. In einer Dissertation, die Beißstatistiken der Bundesländer für 2012 auswertet, werden knapp 3000 Hundebisse an Menschen gezählt. Wenn die Attacken tödlich enden, sind demnach meist Menschen Opfer, die sich schlecht verteidigen können — also Ältere und kleine Kinder.

Bundesweit Aufsehen erregte im Juni 2000 der Fall des kleinen Volkan. Zwei freilaufende American-Staffordshire-Mischlinge stürzten sich auf einem Schulhof in Hamburg auf das spielende Kind und zerfleischten den Sechsjährigen. Daraufhin wurden in den Bundesländern die Gesetze verschärft. In Hannover biss der Staffordshire-Terrier-Mischling „Chico“ Anfang April seine 52 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn tot.

 

Einklappen  Ausklappen 
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen