Ruhrtriennale erforscht Weltreligionen

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Deutsche Presse-Agentur

Unter der neuen Intendanz von Willy Decker erforscht die Ruhrtriennale die Weltreligionen Judentum, Islam und Buddhismus.

Das hochkarätige Theater- und Opernfestival im Ruhrgebiet beginnt in diesem Sommer mit dem jüdischen Kulturkreis, wie die Organisatoren in Gelsenkirchen mitteilten. Ende April wird der Spielplan vorgestellt. Das Festival mit einem Etat von gut 12 Millionen Euro dauert von Mitte August bis Mitte Oktober. 2010 soll die islamische Kultur folgen, 2011 der Buddhismus.

„Es geht nicht um die institutionalisierte Religion. Uns interessiert: Was war vor der Kirche“, sagte Triennale-Sprecher Oliver Golloch. Spirituelle Suche und die Kreativität des Künstlers böten viele Parallelen. Geplant sind wieder mehrere Uraufführungen von eigens für die Triennale geschriebenen Stücke. Diese „Kreationen“ gehören zum Konzept des Festivals. Jüdische Autoren und Komponisten würden eingeladen, die natürlich ihren Blick auf die eigene Religion mitbrächten. Die Verfolgung des jüdischen Volkes und der Holocaust seien dabei eine wichtige Facette, aber nicht der Mittelpunkt des Programms.

Die Ruhrtriennale bietet internationale Kultur in ausrangierten Fabrikhallen des Ruhrgebiets. Zuletzt hatten Inszenierungen wie Christoph Schlingensiefs „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ mit sehr persönlichen Bekenntnissen zu seiner Krebserkrankung und die Tristan-Oper „Le vin herbé“ von Decker Aufsehen erregt und wurden danach für Gastspiele im Ausland gebucht. Mit 45 000 Besuchern bei 104 Vorstellungen in den elf Spielstätten hatte das Festival mehr als 83 Prozent Auslastung erreicht. 2009 beginnt der Drei-Jahres-Zyklus, die Triennale, des 58 Jahre alten Kölner Opernregisseurs Decker.

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