Roberto Saviano hat Mafia in Deutschland im Blick

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Roberto Saviano
Roberto Saviano auf der Berlinale. (Foto: Jens Kalaene / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano möchte das Wirken der Mafia in Deutschland demnächst zum Thema machen. „Ich hoffe, dass ich mich bald damit beschäftigen kann“, sagte der 39-Jährige der Deutschen-Presse-Agentur am Rande der Berlinale. „Auch Deutschland hat bereits dieses Problem.“

Saviano wurde mit dem Buch „Gomorrha“ über die Mafia in Neapel international bekannt und erhielt Todesdrohungen dafür. Er lebt seit Jahren unter Personenschutz. Auf der Berlinale feierte die Verfilmung seines Romans „La Paranza dei Bambini (Piranhas)“ Weltpremiere. Der Film ist im Rennen um die Bärenpreise und kommt am 22. August ins Kino.

Regisseur Claudio Giovannesi erzählt mit Laiendarstellern das Leben von Nicola und seinen Freunden. Die 15-Jährigen leben in Sanità, einem Viertel von Neapel, wo sie in die Spirale von Gewalt, Drogen und organisierter Kriminalität geraten.

Im dpa-Interview erneuerte Saviano seine scharfe Kritik an der populistischen Regierung aus rechter Lega und europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung - gerade im Hinblick auf die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in seinem Land: „Es hat nie eine Regierung gegeben, die weniger gegen die Mafia eingestellt war, als diese.“

Seit Monaten tobt ein heftiger Streit zwischen Saviano und Innenminister Matteo Salvini, weil dieser im vergangenen Jahr damit gedroht hatte, den Personenschutz für Saviano auf den Prüfstand stellen zu lassen.

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