Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 20

Corona
Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit bundesweit 19,3 an. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Erstmals seit acht Monaten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland unter die Marke von 20 gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an - zuletzt war ein so niedriger Wert Anfang Oktober verzeichnet worden.

Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei gut 34 gelegen. Insgesamt meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen. Die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages bezifferte die Behörde auf 94.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die Entwicklung „extrem erfreulich zurzeit, was die Fallzahlen anbelangt“ Sie warnte zugleich: „Corona ist damit nicht verschwunden.“ Insbesondere die Delta-Variante, die zuerst in Indien aufgetreten ist, mache Sorgen. „Wir sind im Grunde in einem Wettlauf mit dem Impfen. Jeder Tag, den wir eine geringe Nachweisbarkeit dieser Variante haben, ist ein guter Tag.“ Merkel betonte nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten in Berlin: „Wir haben einen Sommer, der uns viele Möglichkeiten gibt, die wir lange Monate nicht hatten, aber wir sollten nicht sorglos sein, sondern die Lage immer wieder sehr, sehr genau beobachten.“

Das RKI wies trotz des „erfreulichen“ Rückgangs bei den Corona-Zahlen auf weiter bestehende Risiken hin. „Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance - die sollten wir ihm nicht geben“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Das zeige sich etwa in Pflegeeinrichtungen, wo es trotz hoher Impfquote auch weiter ungeimpfte Menschen gebe und es auch zu Ausbrüchen komme. Die Pandemie sei nicht vorbei.

Spahn: Impfungen ermöglichen mehr Normalität

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach mit Blick auf das Infektionsgeschehen von einer ermutigenden Entwicklung. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, Intensivstationen leerten sich von Corona-Patienten, die Impfzahlen stiegen weiter mit guter Geschwindigkeit. Dies ermögliche es, wieder mehr Freiheit und Normalität zu wagen. Zugleich gelte es, das Erreichte abzusichern und die Zahlen weiter zu senken. Umso tiefer man dabei komme, desto weniger gebe man neuen Mutationen des Coronavirus eine Chance, sich zu verbreiten.

Seit Beginn der Pandemie registrierte das RKI 3.709.129 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.563.800 an. Insgesamt starben demnach in Deutschland 89.585 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2.

Eine Inzidenz von null - dort wurden also keine Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen registriert - verzeichnete das RKI für Schwerin und den Landkreis Tirschenreuth in Bayern. In diesem Landkreis hatte die Inzidenz Ende Januar noch deutlich über 300 gelegen.

Delta-Variante weiterhin selten

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, heißt es in einem RKI-Bericht zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 24. bis 30. Mai.

Mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben löst die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Als besorgniserregend werden Varianten eingestuft, wenn sie sich etwa möglicherweise leichter verbreiten, schwerere Verläufe verursachen oder wenn sich das Virus so verändert hat, dass der Schutz von Geimpften und Genesenen beeinträchtigt sein könnte.

In Großbritannien, wo die Delta-Variante sich zunehmend verbreitet, steigen die Fallzahlen wieder rapide. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz lange Zeit nur knapp über 20 lag, stieg sie bis Donnerstag auf rund 49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Covid-19 stieg erstmals seit Mitte Mai wieder auf über 1000, wie die BBC berichtete.

© dpa-infocom, dpa:210610-99-931743/6

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Andreas Kleber wird in den Kreis der aktuellen Mannschaft des Kleber Post herzlich aufgenommen (von links): Geschäftsführerin Re

22 Jahre nach der Insolvenz gibt es die endgültige Versöhnung mit der Familie Kleber

Es ist wie eine Versöhnung der Kleber Post mit seiner Geschichte und der Familie Kleber, deren Name untrennbar mit dieser gastronomischen Institution in Bad Saulgau verbunden bleibt. Das Restaurant des Hotels erhielt den Namen „klebers“ und Andreas Kleber nahm an diesem besonderen Akt der Familienzusammenführung in Bad Saulgau persönlich teil.

Die kleine Feier begann mit Verspätung. Andreas Kleber hatte für die Bahnfahrt von Schorndorf nach Bad Saulgau einen Umweg über Memmingen und Lindau gewählt.

Viele Schüler können die Maske im Unterricht wieder abnehmen.

Inzidenz im Kreis Ravensburg ist nur noch einstellig

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ravensburg ist zum Wochenbeginn nur noch einstellig. Einen Wert von 8,8 meldete das Robert-Koch-Institut am Montag. Erst am Samstag waren weitere Lockerungen in Kraft getreten, weil die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 35 gelegen hatte. Gleichzeitig meldete aber das Landratsamt einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Sechs Neuansteckungen seit Freitag verzeichnete der Kreis am Montag, darunter jeweils einen Fall in Weingarten, Schlier und Baindt.

Hunderte Jugendliche haben am Freitagabend bis in die frühen Morgenstunden am Eingang des Wieland-Parks gefeiert.

500 Jugendliche feiern trotz Pandemie rund um den Wieland-Park in Biberach

Es ist ein Bild, das vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie, bei vielen Menschen auf Unverständnis und Ärger stößt. Hunderte Jugendliche feiern auf der Straße, trinken Alkohol und hören laut Musik. Auch in Biberach ist es am Freitagabend eskaliert.

Rund 500 Jugendliche und junge Erwachsene versammelten sich zum Feiern rund um den Wieland-Park und die nahegelegene Tankstelle. Die Masse an Menschen machte es der Polizei schwer, einzuschreiten und durchzugreifen.

Mehr Themen