RKI: Inzidenz auf Tiefststand seit Oktober

Coronavirus -Impfungen von Jugendlichen
Der Hausarzt Tim Koop impft in seiner Praxis einen Jugendlichen mit dem Serum von Biontech/Pfizer. (Foto: Oliver Berg / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

In Deutschland geht die Zahl der gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter deutlich zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch eine 7-Tage-Inzidenz von 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8), das ist der niedrigste Wert seit acht Monaten.

Die gute Entwicklung könnte an den wärmeren Temperaturen, dem wachsenden Immunschutz in der Bevölkerung vor allem durch Impfungen sowie an Schnelltests bei Schule, Arbeit und Freizeit liegen. Ein Risikofaktor bleiben Virus-Mutanten wie die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante. Bislang ist hierzulande aber keine starke Zunahme zu sehen.

Bis auf wenige Ausnahmen lag die Inzidenz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unter der prägnanten Schwelle von 50 - nur etwas mehr als 10 lagen darüber. Schlusslicht ist der Stadtkreis Zweibrücken mit 79 Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche.

Auf Bundeslandebene liegen alle Länder unter einer Inzidenz von 25 - außer Baden-Württemberg. Für den Südwesten gab das RKI den Wert mit 26,9 an. Die Zahl der Menschen auf den Intensivstationen geht weiter zurück. Zuletzt gab die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sie mit deutlich unter 2000 an. Ende April waren es noch mehr als 5000.

Mittlerweile haben mehr als 45 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. Man müsse nun aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“

Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“. Dies werde hoffentlich bis Ende August, Mitte September erreicht werden. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten.

Bei den Neuinfektionen pro Tag meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 3254 Fälle. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4917 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 107 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 0,74 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

© dpa-infocom, dpa:210609-99-917096/5

Dashboard

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Gärtnerplatz München

Corona-Newsblog: Bayerns Städte bereiten sich auf Partysommer vor

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 7.400 (498.142 Gesamt - ca. 480.600 Genesene - 10.074 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg: 10.074 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 25,4 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 48.300 (3.714.

Ornithologe Peter Berthold

Warum nicht gleich eine Plastikhecke? - Experte besorgt über Gartengestaltung in der Region

Und noch so ein Psychopathen-Garten!“ Peter Berthold rollt mit seinem Auto im ersten Gang an einem Grundstück vorbei, das von einer säuberlich getrimmten Hecke aus Kirschlorbeer umsäumt wird. „Da kann man auch gleich eine Plastikhecke pflanzen, leben tut darin nix. Die Insekten mögen die giftigen Blätter nicht und den Vögeln fehlt die Nahrung“, sagt der Vogelkundler, der viele Jahre lang die Vogelwarte Radolfzell am Bodensee geleitet hat, eine Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie.

verkaufsoffener Sonntag

Inzidenz in Lindau weiter über 50: Diese Einschränkungen sind ab Montag wahrscheinlich

Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis Lindau Stand Freitag bei 57,3, und wird damit voraussichtlich am Samstag den dritten Tag in Folge über 50 liegen. Wenn das passiert, dann gelten ab Montag, 14. Juni, wieder strengere Regeln. Eine Ausnahme macht das Landratsamt für Schulen. Außerdem soll es schon in der kommenden Woche in den Impfzentren wieder Erstimpfungen geben.

Laut der neuesten Fassung der Infektionsschutzverordnung Bayerns dürften sich dann beispielsweise zehn Personen aus nur noch drei Haushalten treffen, bislang ist ...

Mehr Themen