Promis swingen auf der Berlinale

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Deutsche Presse-Agentur

Krise? Welche Krise? Auf den Berlinale-Feiern ist von Katerstimmung bisher nicht viel zu spüren. Das Luxushotel Ritz Carlton war wie gewohnt zum Festivalbeginn gleich zweimal Schauplatz von Partys.

Am Freitag tummelte sich dort Film- und Fernsehprominenz bei „Movie meets Media“. Am Samstag lud das Medienboard Berlin- Brandenburg zum Empfang, bei dem auch Jürgen Vogel, Wim Wenders, Heike Makatsch und Til Schweiger vorbeischauten. Am Sonntag gab es im Roten Rathaus, dem Amtssitz des Berliner Regierungschefs Klaus Wowereit (SPD), eine Feier für Schauspieler Armin Mueller-Stahl. Dazu war neben Schauspielkollegen wie Jutta Hoffmann und Judy Winter sogar Außenminister und Filmfreund Frank-Walter Steinmeier (SPD) erschienen, obwohl manche angesichts seiner Terminfülle an einen Doppelgänger glaubten.

Besonders ausgelassen bei „Movie meets Media“ war Komiker Mario Barth. „Ich wurde früher ausgelacht, weil ich Bausparverträge habe. Und heute habe ich als einer der Wenigen ein Plus gemacht“, sagte er. Ebenfalls bescheiden gab sich Schauspieler Claude-Oliver Rudolph: „Ich habe nichts, ich bin ja Schauspieler.“ Viel mehr als die Krise beschäftige ihn derzeit etwas anderes. Auf seinem T-Shirt stand groß in Rot: „Papst? nee!“

Moderatorin Miriam Pielhau spürt dagegen die Krise schon. Für Präsentationen großer Firmen werde sie seltener engagiert. „Die machen das jetzt lieber mit einem talentierten Mitarbeiter aus den eigenen Reihen, der vielleicht nicht ganz so horrend viel verlangt wie eine Pielhau.“ Box-Weltmeisterin Regina Halmich hat zwar selbst „nie spekuliert“, dafür hätten Freunde Geld verloren. „Das macht mich schon betroffen“, sagte sie. „Tatort“-Kommissar Dominic Raacke hat bereits gemerkt: „Bei meinem Bankberater ist die Krise angekommen, der ruft mich immer mal wieder an und ist irgendwie verhaltener als noch vor einem Jahr.“

Für Comedian Bastian Pastewka kommt das „große dicke Ende“ noch, wenn die Banken ihre Quartalszahlen veröffentlichen. „Dann werden wir alle ein bisschen nervös, ich inklusive.“ Wenn Promis doch mal sparen müssten, würde Miriam Pielhau „nicht mehr so viel essen gehen und seltener das Taxi nehmen“, Schauspielerin Uschi Glas könnte am Urlaub sparen und Kollegin Wolke Hegenbarth an Klamotten. „Da habe ich wirklich schon für jeden Anlass was im Schrank“. Raacke dagegen würde weniger Geld in Autos und Möbel stecken - und weiter „so gut wie möglich essen“.

Die große Berlinale-Party „VW People's Night“ fällt dieses Jahr aus, der Autohersteller und Sponsor will sich auf die Berlinale und die Empfänge in der „Golden Bear Lounge“ am Potsdamer Platz konzentrieren. Der Kalender ist aber dennoch gut gefüllt, von Empfängen über Premierenpartys bis hin zur Gala „Cinema for Peace“ am Montagabend im Konzerthaus - diesmal mit Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow und Hollywoodstar Leonardo DiCaprio. Dieser Benefizabend hängt aber nicht mit der Berlinale zusammen, darauf legen die Filmfestspiele wert.

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