Promigeburtstag vom 8. Januar 2020: Shirley Bassey

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Dame Shirley Bassey
Im Rampenlicht: Dame Shirley Bassey hinterlässt 2019 ihre Handabdrücke am Square of Fame in Wembley Park (London). (Foto: Jonathan Brady / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Mit mächtiger, goldener Stimme und ausladenden, verlockenden Gesten flirtet sie seit über 60 Jahren mit ihrem Publikum. Glanz, Magie, Pailletten und Federboas: Ihre schillernden Bühnenroben sind ebenso unvergessen wie ihre Songs.

„Ja, meine Show war sexy und mein Kleid hatte Schlitze bis hier, aber ich überließ viel der Fantasie. Ich habe nie alles gezeigt“, sagte sie einmal der „Daily Mail“. Das erste Kleid, das ihr auf den Körper geschneidert wurde, ist mit 150.000 Kristallsteinchen besetzt.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit kommen würde, und dann auch noch eine Dame werde“, verriet Bassey der BBC in einer Sondersendung zu ihrem 80. Geburtstag. Seit 2000 trägt sie den Titel Dame Commander des Britischen Empire. Heute wird sie 83.

Natürlich behauptet sie, dass sie keine Diva sei. Aber wer sonst würde in pinkfarbenem Abendkleid und Gummistiefeln mit den Initialen DSB in Strass (für Dame Shirley Bassey) über einen roten Teppich auf die Bühne des riesigen Schlamm-Festivals Glastonbury schreiten? Ihre Vorliebe für rosa Champagner und der Hit „I Am What I Am“ etablierten sie in den 80er Jahren endgültig als Schwulenikone.

Geboren wird Shirley Vanessa 1937 in einem Arbeitervorort der walisischen Hafenstadt Cardiff als jüngstes von sieben Kindern. Ihr nigerianischer Vater arbeitet als Heizer auf einem Schiff und verlässt die Familie, als Shirley gerade zwei Jahre alt ist. Die Familie lebt in äußerst bescheidenen Verhältnissen am Hafen; die Kinder schlafen zu dritt in einem Bett. Statt zu weinen singt die junge Shirley aber lieber, sehr zum Missfallen ihrer Geschwister: „Es ging ihnen einfach auf die Nerven“, erzählte sie dem „Guardian“.

Bassey verlässt die Schule mit 14 und verpackt Geschirr, bis sie einen besseren Job in einer Wurstfabrik findet. Abends singt sie in Hafenkneipen. Für ihren ersten Auftritt musste sie sich ihr Outfit zusammenleihen, einen Rock aus Netz und ein Unterkleid als Top, erzählte sie der BBC. „Ich sang eine hohe Note am Ende, der Gürtel löste sich, der Rock fing an zu rutschen, ich hielt ihn fest und rannte von der Bühne.“ Nächstes Mal, sagt der Manager ihr, lass den Rock fallen!

Als sie mit 17 eine Tochter bekommt, zieht ihre Schwester die Kleine auf, während Bassey weiter von Varietébühne zu Varietébühne tingelt. Sie wird entdeckt, nimmt ihre erste Single auf. Nur zehn Jahre später, 1964, singt sie den Bond-Titelsong „Goldfinger“. Inzwischen ist sie ein internationaler Star geworden - so glamourös und unwirklich wie der Agent selbst.

Doch obwohl sie als die Maria Callas der leichten Unterhaltung gilt, ihr komödiantischer Witz und Sexappeal legendär sind, zahlt sie für ihren Bühnenerfolg mit einem unglücklichen Privatleben. „Ich war glücklich, bis Erfolg in mein Leben trat, und dann ging alles bergab. Erfolg verwöhnte mich. Er nahm mir mein Glück. Mein Erfolg wurde ein Hindernis für meine Familie. Sie konnten das nicht nachvollziehen, und ich konnte sie nicht verstehen“, sagte sie dem „Telegraph“.

Ihr erster Ehemann wird der Filmproduzent Kenneth Hume, der auch als ihr Manager auftritt. Nach nicht einmal vier Jahren lässt das Paar sich 1965 scheiden. Zuvor, 1963, wird Shirley mit ihrer zweiten Tochter schwanger - zum Erstaunen vieler Klatschreporter, denn Hume gilt als homosexuell. Hume wirft ihr vor, mit dem verheirateten Filmstar Peter Finch eine Affäre zu haben. Auf einer Tournee in Italien lernt sie den gutaussehenden Hotelmanager Sergio Novak kennen; sie heiraten und ziehen aus Steuergründen in die Schweiz. 13 Jahre später: die Scheidung.

Nach „Goldfinger“ (1964), „Lady Is A Tramp“ (1965) und „Big Spender“ (1967) landet Shirley Bassey 1984 erneut einen großen Hit mit „I Am What I Am“. Private Schicksalsschläge lassen sie danach eine Zeitlang das Licht der Öffentlichkeit scheuen. Mit „Keep The Music Playing“ meldet sie sich 1991 jedoch bei ihrem Publikum zurück. Ihr bisher letztes Album, „Hello Like Before“, erschien 2014. 2016 trat sie für Queen Elizabeth II. auf und sang ihr zum 90. Geburtstag den James-Bond-Titelsong „Diamonds Are Forever“.

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