Promi-Geburtstag vom 8. Oktober 2019: Paul Hogan

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Paul Hogan
Paul Hogan wurde als „Crocodile Dundee“ unsterblich. (Foto: Dean Lewins/epa AAP/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christoph Sator

Der Mann war durchaus fleißig in seiner Karriere. Eine eigene Fernsehshow mit 60 Folgen, ein paar Drehbücher und immerhin neun Filme, die es ins Kino brachten.

Aber letztlich kennt man Paul Hogan doch nur in einer einzigen Rolle: als Michael J. „Crocodile“ Dundee, den vielleicht etwas schlichten, aber umso herzlicheren Krokodiljäger aus dem australischen Outback.

Heute wird Hogan 80. Bei ihm weiß man das wenigstens genau. Als sein Alter Ego im Film bei den Aborigines-Ureinwohnern, die ihn aufgezogen haben, nach seinem Geburtstag fragt, bekommt er nur zur Antwort: „Im Sommer.“ Wann genau er geboren wurde, wer seine Eltern waren und warum er bei den Aborigines im menschenleeren Norden landete, erfährt man nie.

Im echten Leben wuchs Hogan in Sydney auf. Mit 19 heiratete er seine Jugendliebe. Kurz darauf kam das erste von fünf gemeinsamen Kindern. Das Geld verdiente er mit Gelegenheitsjobs, unter anderem als Gerüstbauer auf Sydneys Hafenbrücke, die jeder vom Silvester-Feuerwerk kennt. Über eine der allerersten Talent-Shows kam er 1971, mit 32, zum Fernsehen. Mit der „Paul Hogan Show“ machte er sich auch in Großbritannien und Südafrika einen Namen.

Den internationalen Durchbruch schaffte er 1986 mit „Crocodile Dundee“, der in Deutschland im Titel noch den selten schrägen Zusatz „Ein Krokodil zum Küssen“ trug. Die Geschichte vom Naturburschen, der zunächst im Outback einer amerikanischen Reporterin das Leben rettet und dann mit ihr nach New York geht, wurde Australiens erfolgreichster Film überhaupt. Und Dundee zur Ikone des fünften Kontinents.

Manche seiner Landsleute leiden heute noch unter dem Ruf, dass sie schneller zuschlagen als denken. Hogan selbst meinte später, er sei schon ein bisschen schlauer als es in Filmen den Eindruck mache. „Ich bin ein großes One-Hit-Wonder. Ich spiele doch nur eine einzige Figur.“ „Crocodile Dundee“ verkörperte er noch zwei Mal. Teil zwei wurde von der Kritik verrissen, machte aber nochmals richtig Geld. Teil drei nicht mehr.

Dass bei Hogan die Grenzen zwischen Rolle und wahrem Leben verschwammen, hat noch einen anderen Grund. Nach dem Welterfolg ließ er sich scheiden und heiratete neu: seine Filmpartnerin Linda Kozlowski, die in „Crocodile Dundee“ die Reporterin war. Die beiden bekamen einen Sohn und zogen nach Kalifornien. Mittlerweile sind sie ebenfalls geschieden, aber weiter in Kontakt.

Der australischste aller australischen Hollywood-Stars (wie Cate Blanchett, Russell Crowe oder Nicole Kidman) lebt immer noch in Santa Barbara an der amerikanischen Westküste, weit weg von der Heimat. Das mag auch damit zusammenhängen, dass er den Leuten zuhause übelnahm, wie über sein Privatleben gesprochen wurde, und auch mit einem Streit über viele Millionen, den er mit dem australischen Fiskus führte.

Auf dessen Höhepunkt durfte er nach der Beerdigung seiner Mutter 2010 nicht einmal mehr das Land verlassen. Inzwischen ist die Sache geregelt, ohne dass es zu einer Anklage kam. Es ist auch so noch viel übrig. Mit den Einnahmen aus den Filmen sowie einer ganzen Reihe von Werbespots - für Zigaretten, Bier und Geländewagen, vor allem aber: Australien - dürfte Hogan immer noch vielfacher Millionär sein.

Was sein Privatleben angeht, sagte der Schauspieler kürzlich dem australischen Fernsehsender ABC, für Hollywood-Verhältnisse seien zwei Ehen - die erste 30 Jahre, die zweite mehr als 20 - doch eher wenig. Zugleich gab er zu: „Ich bin kein guter Ehemann. Anfangs geht das gut, aber dann läuft es aus. Weil ich ein bisschen ein Einsiedler bin. Ich mag meine eigene Gesellschaft.“

Trotz der großen Distanz kommt Hogan regelmäßig nach Australien zurück. Seine letzten Filme drehte er alle in der Heimat. Auch den neuesten, der 2020 ins Kino kommen soll. Den Titel kennt man schon: „The Very Excellent Mr Dundee“. Der sehr ausgezeichnete Mister Dundee.

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