Promi-Geburtstag vom 7. Oktober 2018: Thom Yorke

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Thom Yorke
Thom Yorke wird 50. (Foto: Sophia Kembowski / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Bettina Greve

Er ist keiner, der Glamour sucht und auf den roten Teppich drängt. Was also hatte Thom Yorke Anfang September beim Filmfestival in Venedig zu suchen? Einfache Antwort: Der britische Musiker war angereist, um einen Thriller vorzustellen, zu dem er den Soundtrack geliefert hat.

Neuland für Yorke. Anfangs sei er auch äußerst zurückhaltend gewesen, als die Aufgabe an ihn herangetragen worden war, sagte der Indie-Rockstar beim Pressetermin am Lido. „Es war einer dieser Momente in deinem Leben, vor denen du weglaufen willst, aber du weißt, dass du es bedauern wirst, wenn du das tust“, zitiert das Musikmagazin „Rolling Stone“ den Frontman der Band Radiohead. Luca Guadagninos Remake des Horrorfilms „Susperia“ (Atemnot) mit Dakota Johnson und Tilda Swinton startet am 15. November in deutschen Kinos, der Score erscheint bereits am 26. Oktober als Doppelalbum.

Schon vor Venedig hatte Yorke, der heute 50 wird, dieses Jahr beruflich in Italien zu tun. Für die ersten beiden Konzerte seiner Solo-Tournee durch Europa machte er Ende Mai in Florenz und Mailand Halt, in Deutschland legte eine Stippvisite nur in Berlin ein (am 1. Juni im Tempodrom). Doch jetzt im Herbst geht es weiter mit dem Electro-Programm - durch die USA. Begleitet wird er wieder von seinen Mitstreitern von seinem Bandprojekt Atoms for Peace, Nigel Godrich, dem der langjährigen Radiohead-Produzenten, und dem Visual-Artist Tarik Barri. Start ist am 23. November in Philadelphia, die Reise geht am 22. Dezember in Las Vegas zu Ende.

Es sind nicht die ersten Alleingänge, die Yorke da macht. Schon 2006 hat er mit dem Album „The Eraser“ sein Solodebüt vorgelegt. Es wurde sogar für einen Grammy nominiert. Doch der nur 1,66 Meter große Sänger und Songwriter, den etwas Geheimnisvolles umweht, ist bisher immer wieder zu der Band aus dem englischen Oxford, deren Gesicht er seit annähernd 30 Jahren prägt, zurückgekehrt.

Zu Beginn ihrer Karriere dem Britpop zugeordnet, bewegten sich die fünf Musiker zunehmend auf experimentellen Pfaden zwischen Pop, Avantgarde und elektronischen Klängen. Mit dem Song „Creep“ hatten sie Anfang der 90er Jahre ihren ersten internationalen Hit gelandet, danach viele Millionen Alben verkauft, sich dem Mainstream aber immer verweigert. Mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums, „OK Computer“ (1997) etablierte sie sich als eine der einflussreichsten Bands der 90er Jahre.

Seit seiner Gründung spielt das Rock-Quintett übrigens bis heute in derselben Besetzung zusammen. Sein neuntes und bisher letztes gemeinsame Studioalbum heißt „A Moon Shaped Pool“ (2016), wieder eine Nummer eins in Großbritannien und auch international in den Top 5 gelistet. Diesen Sommer waren Radiohead in den Vereinigten Staaten, zuvor auch in Südamerika unterwegs. Über ihre weiteren musikalischen Pläne ist ebenso wenig bekannt wie über das Privatleben, das sie führen. Thom Yorke macht da keine Ausnahme.

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