Promi-Geburtstag vom 7. August 2019: Michael Shannon

Lesedauer: 5 Min
Michael Shannon
Michael Shannon wird 45. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Der Mann hätte eigentlich schon längst einen Oscar gewinnen müssen: Zwei Mal war Michael Shannon immerhin für seine Nebenrollen in „Zeiten des Aufruhrs“ (2009) und „Nocturnal Animals“ (2017) nominiert gewesen, zwei Mal ging er allerdings leer aus.

Kaum ein Schauspieler kann auf der Leinwand, so böse, gruselig, bedrohlich, finster und mysteriös sein wie Michael Shannon, der heute 45 Jahre alt wird. Immer wieder verkörpert er Charaktere, die ein wenig neben der Spur sind - unberechenbar und nicht selten ziemlich verrückt.

Michael Shannon hat dieses „Je ne sais quoi“, dieses gewisse Etwas, das sich nicht wirklich erklären lässt, das einem aber eine ganz besondere Aura verleiht. Er ist „ein äußerst nachdenklicher Schauspieler, das heißt, dass er nicht nur seine Rolle erfüllt - er füllt die Figur vollständig aus und verleiht ihr absolute Glaubwürdigkeit“, sagte Martin Scorsese über ihn.

Solch eine glaubwürdige Figur ist der Bundespolizist Nelson van Alden in der Serie „Boardwalk Empire“ (2010-14), die während der Prohibitionszeit spielt. Für van Alden ist der Alkohol eine Geißel, die vom Erdboden verschwinden sollte. Ein Kampf, den der rechtschaffene und religiöse Kreuzritter schließlich aufgibt - und langsam den Verstand verliert.

Eine Paraderolle hatte Michael Shannon auch in dem Drama „Take Shelter“ (2011), in dem ihn ein drohender Sturm aus der Fassung bringt. Geplagt von apokalyptischen Alpträumen beginnt der Familienvater Curtis LaForche (Michael Shannon) in seinem Garten einen Schutzkeller zu bauen, der seine Familie zu ruinieren droht. Der Hüne (1,93 m) spielt diesen in sich gefangenen und verzweifelten Mann mit einer unglaublichen Melancholie.

In „Zeiten des Aufruhrs“ (2008) ist er der Patient einer Nervenheilanstalt, in dem Werner-Herzog-Film „My Son, My Son, What Have Ye Done?“ (2009) verkörpert er einen von Visionen und Depressionen heimgesuchten Mann, der seine Mutter mit dem Schwert umbringt.

Als völlig durchgeknallter Plattenproduzent und Musiker Kim Fowley baut er in dem Rock'n'Roll-Biopic „The Runaways“ (2010) ein paar unbedarfte Mädchen zur erfolgreichen Band auf und in dem Superman-Film „Man of Steel“ (2013) ist Shannon als herrlich aggressiver General Zod zu sehen.

Eine Höhepunkt seiner Arbeit ist auch das Oscar-prämierte Fantasy-Drama „Shape of Water - Das Flüstern des Wassers“ (2017) von Guillermo del Toro, in dem Michael Shannon als eiskaltes und sadistisches Ekel an einem Fischmenschen Experimente durchführt. Als eine Putzfrau (Sally Hawkins) sich in die Kreatur verliebt, eskaliert die Geschichte.

Michael Shannon geht ganz in seinen Rollen auf, und doch zweifelt er an seinem Beruf. „Ich mache mir große Sorgen um die Welt und manchmal denke ich, dass die Schauspielerei nicht sinnvoll ist“, sagte er im Interview mit „Business Insider“. „Ich kann nicht genau sagen, was ich stattdessen tun würde, aber etwas Hilfreicheres.“

Besonders aber hadert der US-Schauspieler mit Donald Trump, den er immer wieder mit scharfen Worten attackiert: „Dieser Kerl wird die Zivilisation, wie wir sie kennen, und die Erde zerstören. Und das alles nur wegen dieser Menschen, die keine Ahnung haben, warum sie am Leben sind“, sagte er im Interview mit „RogerEbert.com“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen