Promi-Geburtstag vom 7. August 2018: Charlize Theron

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Charlize Theron
Die Schauspielerin Charlize Theron wird 43. (Foto: Jens Kalaene / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Bettina Greve

In der Krimikomödie „Gringo“, angelaufen im April, gibt sie eine eiskalte Business-Lady, in der Tragikomödie „Tully“, seit Ende Mai im Kino, eine Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs. Die Wandlungsfähigkeit der Charlize Theron ist beeindruckend.

Ihren Figuren gibt sich die Schauspielerin mit Haut und Haaren hin. Auf der Straße von einem Agenten entdeckt, wollte sie sich aber nicht auf eine Hollywood-Schönheit reduzieren lassen. Sie habe „hart gekämpft, nicht nur die Naive oder die Freundin“ darstellen zu dürfen, sagte sie dem amerikanischen Frauenmagazin „Elle“ im Mai. „25 Jahre lang, ich habe ständig versucht, echte Menschen zu erkunden.“

Das gelang ihr mit durchschlagenden Erfolg erstmals, als sie 2003 im Drama „Monster“ (2003) vors Kinopublikum trat. Sie verkörperte darin eine korpulente, vollkommen frustrierte, schließlich mordende Prostituierte. Glückliche junge Frauen sehen anders aus, auch ungeschminkt. Theron wurde für ihre Rolle unter anderem bei den Academy Awards 2004 in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet. Sogar Südafrikas Präsident Nelson Mandela gratulierte ihr zum Oscar. Damals war sie Ende 20, heute wird sie 43.

Egal ob mit Glatze und Muskeln im Wüsten-Action-Inferno von „Mad Max: Fury Road“, als Extrem-Spätpubertierende in „Young Adult“, als mörderische Schurkin Cipher in „Fast & Furious 8“, als britische Top-Agentin mit platinblonder Perücke im Spionagethriller „Atomic Blonde“ (eine Fortsetzung ist angekündigt): Die Oscar-Preisträgerin hat viele Gesichter. Besonders am Herzen liegen ihr aber realistische Figuren. „Nur ab und zu mache ich etwas Verrücktes wie „Atomic Blonde“, aber das kommt seltener bei mir vor“, so Theron im „Elle“-Interview.

Eine dieser Geschichten, die sich am wirklichen Leben orientieren, ist die einer ganz gewöhnlichen Mutter dreier kleiner Kinder, Anfang 40, die nur mit Hilfe ihrer Nanny Tully einigermaßen durch die Tage und vor allem Nächte kommt. Theron hat sich intensiv auf ihren Part vorbereitet. Sie ist ohne Make-up und mit 20 Kilo mehr auf den Rippen zu erleben. Den dicken Bauch hat sie sich dabei tatsächlich angefuttert, was nicht immer nur ein Spaß gewesen sei.

Irgendwann habe sie genug davon gehabt, „zu essen und es wird einfach nur zum Job“, verriet sie vor kurzem dem Online-Portal „Entertainment Tonight“. Nach dem Dreh sei es ihr schwergefallen, ihr Gewicht wieder zu verlieren. „Es hat rund eineinhalb Jahre gedauert. Es war ein langer, langer Weg.“ ​In der „Elle“ erinnert sie sich: „Ich habe „Monster“ gedreht, als ich 27 war, habe für drei Wochen auf Snacks verzichtet und war zurück bei meinem Normalgewicht. Diesmal hat es mich wirklich hart getroffen.“

Nicht nur im Film, auch in Wirklichkeit hat die Schauspielerin Kinder, zwei an der Zahl. Sie hat sie 2012 und 2015 adoptiert. Ihr Sohn heißt Jackson, ihre Tochter August, beide sind schwarz und stammen aus Südafrika. Die kleine Familie lebt in Los Angeles, Therons Mutter Gerda wohnt um die Ecke und hilft ihrer Tochter, die Kleinen großzuziehen. Das klappt offenbar gut.

Der fehlende Vater macht der „Single-Mom“ dabei keine Sorgen, dafür aber das Wohl von Jackson und August in den USA, so Theron, seit 2017 US-Bürgerin, gegenüber der „Elle“. „Rassismus ist weiter verbreitet als viele Leute dachten. Wir können das nicht mehr leugnen... Ich würde mit meinen Kids in einige Teile Amerikas nicht mehr reisen. Oft denke ich, wenn ich meine Kids betrachte: Wenn das so weitergeht, werde ich weggehen müssen (aus Amerika).“

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