Promi-Geburtstag vom 6. Oktober 2019: Ioan Gruffudd

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Ioan Gruffudd & Alice Evans
Ioan Gruffudd und Alice Evans sind seit über zehn Jahren miteinander verheiratet. (Foto: Nina Prommer/EPA / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Als vor vielen Jahren ein James-Bond-Nachfolger für Pierce Brosnan gesucht wurde, da fiel immer wieder auch der Name von Ioan Gruffudd, der eine Zeit lang als heißester Wales-Export seit Catherine Zeta-Jones gehandelt wurde.

„Ich hatte ein Treffen mit Barbara Broccoli (Bond-Produzentin)“, sagte der Schauspieler vor einigen Jahren im Interview mit „Digital Spy“, „aber es war ungefähr zur gleichen Zeit, als ich gerade als Mr. Fantastic besetzt wurde. Ich war damals nicht in der Lage, mich für ein anderes Franchise zu bewerben.“

Daniel Craig wurde schließlich der neue 007. Anfang April kommt mit „Keine Zeit zu sterben“ der 25. Bond-Film in die Kinos. Ioan Gruffudd aber fuhr als Mr. Fantastic, der seinen Körper beliebig weit und in jede Form strecken kann, in der Comic-Helden-Verfilmung „Fantastic Four“ (2005) und der Fortsetzung „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ auch nicht schlecht.

Die Karriere von Ioan Gruffudd, der heute 46 Jahre alt wird, ging langsam aber zunächst stetig bergauf: Nachdem er bereits als Halbwüchsiger in der Seifenoper „Pobol Y Cwm“ (People of the Valley) erste Schauspielerfahrungen sammelte, kam Gruffudds Karriere nach einem Studium an der Londoner Royal Academy of Dramatic Art mit dem Blockbuster „Titanic“ (1997) in Schwung. Es war zwar nur eine kleine Rolle, aber er durfte Kate Winslet aus dem Wasser retten.

Auch wenn er die Dreharbeiten unter der Regie des obsessiven James Cameron nicht in bester Erinnerung hat: „Ich weinte eine Woche lang jede Nacht im Make-up-Stuhl“, erinnerte er sich in der „Sun“. „Nicht, weil ich angeschrien wurde, sondern wegen der Atmosphäre. Ich dachte: 'Ich bin hier in der Hölle gelandet.'“

Nachdem er in dem Biopic „Wilde“ (1998) einen Liebhaber Oscar Wildes spielte und der walisische Film „Solomon & Gaenor“ (1999) sogar Chancen auf einen Auslands-Oscar hatte, war die TV-Serie „Horatio Hornblower“ (ab 1998), die auf den Romanen von C.S. Forester basierte und die Karriere eines jungen englischen Seemanns während der Napoleonischen Kriege nachzeichnete, ein erstes starkes Ausrufezeichen. In der Kategorie „Beste Miniserien“ gab es dafür einen Emmy Award.

Beste Erinnerungen hat Ioan Gruffudd auch an den Film „102 Dalmatiner“ (2000). Zwar musste er in dem rührseligen Streifen Glenn Close, Gérard Depardieu und den süßen Vierbeinern den Vortritt lassen, dafür lernte er aber bei den Dreharbeiten seine jetzige Frau, die britische Schauspielerin Alice Evans, kennen. Seit 2007 sind die beiden verheiratet und haben inzwischen zwei Töchter.

Auch wenn Ioan Gruffudd in Hollywood-Filmen wie „Playing It Cool“ oder „Kill the Boss“ mitwirkte, den Schwung von „Fantastic Four“ konnte er nicht ummünzen und ging durch dunkle Zeiten: „Ich habe einmal mehr als zwei Jahre nicht gearbeitet“, sagte er laut „Sun“. „Ich saß auf der Couch und wartete auf die Arbeit. Ich wurde depressiv, ging durch einen Abgrund.“

Mit einigen TV-Serien hat er aber diese finsteren Jahren inzwischen hinter sich gelassen. Eine Hauptrolle landete er in „Forever“ (2014), in der einen unsterblichen Arzt spielt, der bei der Lösung von Kriminalfilmen mithilft. In „Liar“ (2017) geht es um ein Paar, eine Vergewaltigung, um Wahrheit und Lüge. Und für die Serie „Harrow“ (2018) hielt sich der Waliser in Australien auf, um einen genialen Pathologen mit einem dunklen Geheimnis zu spielen.

Und James Bond? „Wenn ich gecastet würde, ginge es eher zurück zu einer traditionellen Art Bond“, sagte der Schauspieler „Digital Spy“.

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