Promi-Geburtstag vom 5. März 2019: MC Solaar

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MC Solaar
MC Solaar wird 50. (Foto: Christophe Petit Tesson/EPA / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Zehn Jahre lang war MC Solaar weitestgehend von der Bildfläche verschwunden. 2007 war sein Album „Chapitre 7“ erschienen - danach das große Schweigen. Und urplötzlich meldete sich der französische Rapper Ende 2017 mit „Géopolitique“ zurück.

Vergessen hatte man ihn in Frankreich nicht: Das Album wurde mit Gold und Platin für 100.000 verkaufte Exemplare ausgezeichnet. In Tracks wie „Sonotone“ rappt MC Solaar, der heute 50 Jahre alt wird, zwar auch über das Altern, aber mit „Géopolitique“ hatte er vor allem eines im Sinn gehabt: „Ich wollte ein Album voller Geschichten machen, es sollte eine Therapie für das 21. Jahrhundert sein (...). Und ich wollte positivere Sachen erzählen“, sagte er der Zeitung „Le Figaro“.

Pausen zwischen den Alben hat der Rapper schon immer eingelegt, aber diesmal ist sie ihm, nicht ganz absichtlich, ein wenig lang geraten. Aber: „Ich wollte das wirkliche Leben leben, ein anderes Leben. Das man nicht hat, wenn man mit dem Rap früh anfängt“, erzählte MC Solaar im Video-Interview mit der Pop-Kultur-Website „Konbini“.

So habe er sich ein Buch gekauft über 100 Dinge, die man im Leben machte sollte, erzählte er weiter: „Davon habe ich viele gemacht. Ich bin sehr zufrieden.“ In den zehn jahren ist er viel gereist und hat sich vor allem auch um seine Familie gekümmert.

MC Solaar wurde vor 50 Jahren als Claude M'Barali in Dakar geboren. Wenige Monate später aber verließ seine Familie den Senegal, um sich in Frankreich zu installieren. In seiner Jugend war er ein begeisterter Fußballspieler, bewundert habe er schon immer Pierre Littbarski, Zinédine Zidane und Zlatan Ibrahimovic, verriet er „Sofoot.com“.

Der Rap gewann aber schließlich die Oberhand: Seine ersten Aufnahmen in einem billigen Studio habe er mit einem Kindermikrofon gemacht, das er kurz zuvor in der Pariser Métro erworben habe, erinnerte sich MC Solaar im „Konbini“-Interview.

Die Songs hießen: „Le roi du tempo“, „Bouge de là, „Caroline“ und „Quartier nord“ - und sie bildeten das Gerüst für sein Debütalbum „Qui sème le vent récolte le tempo“ (Wer Wind sät, erntet das Tempo), das 1991 erschien. Vor allem „Caroline“, ein Track über eine enttäuschte Liebe, machte den Rapper auch jenseits der Grenzen des Hexagons bekannt.

Heute gilt MC Solaar als Begründer des französischen Hip-Hop, der ein bisschen geschmeidiger und jazziger als die US-Variante ist. Vor allem aber ist MC Solaar ein großer Poet, der mit den Worten spielt und Alliterationen liebt: mehr Philosoph als Gangsta. Dabei reichen seine Texte von Alltagsbeobachten über die Liebe bis zu Diskriminierung und dem Leben in der Banlieue.

Acht Alben hat er inzwischen veröffentlicht, immer getrieben von dem Wunsch, sich nicht zu wiederholen. Er kollaborierte mit dem US-Rapper Gringo, arbeitete mit großem Orchester, rappte auf Spanisch oder baute einen afrikanischen Kinderchor ein. „Licence poétique“ nennt MC Solaar seine Welt-Formel - die Freiheit, das zu tun, was man tun möchte.

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