Promi-Geburtstag vom 4. Dezember 2018: Nico Hofmann

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Nico Hofmann
Nico Hofmann, Filmproduzent und Geschäftsführer der UFA, wird 59. (Foto: Jens Kalaene / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Bettina Greve

Doppelter Aufschlag zum Jahresende: Am 22. Dezember zeigt die ARD das TV-Movie „Wir sind doch Schwestern“, am 25. Dezember startet die Komödie „Der Junge muss an die frische Luft“ in den Kinos. Gemeinsamkeiten? Keine, außer dass ein gewisser Nico Hofmann beide Filme verantwortet.

Er ist einer der ganz Großen in der deutschen Filmbranche und auf sein Konto gehen nicht zuletzt Blockbuster wie „Ku'damm 56/59“ oder die historische Krankenhausserie „Charité“. Seit Herbst 2017 fungiert er als alleiniger Geschäftsführer der UFA in Potsdam und seit 2015 nebenher als Intendant der Nibelungen-Festspiele in Worms.

Für „Der Sandmann“ (1995; mit Götz George) etwa oder „Es geschah am hellichten Tag“ (1997; mit Joachim Król und Barbara Rudnik) saß er auf dem Regiestuhl. Inzwischen eilt ihm der Ruf als Deutschlands angesehenster Film- und Fernsehproduzent voraus.

Geboren am 4. Dezember 1959 in Heidelberg und aufgewachsen in Mannheim, wird der Filmemacher an diesem Dienstag 59. Er kann auf eine außergewöhnlich lange Filmografie zurückblicken. Bei nicht weniger als mindestens 450 Filmen habe er bereits hinter den Kulissen die Strippen gezogen, bilanzierte er im Sommer im Interview mit dem Sender SWR1.

Seine Spezialität sind Mehrteiler im Fernsehen, sein Hauptinteresse gilt historischen Stoffen, vor allem aus der Zeit des Dritten Reichs und der DDR. Er erreicht damit fast immer ein Massenpublikum. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind „Dresden - Das Inferno“ (2006) oder „Die Flucht“ (2007), „Rommel“ (2012) oder „Bornholmer Straße“ (2014; über den Mauerfall). Zu seinen größten Erfolgen zählen die Miniserien „Deutschland 83“ (2015) über einen Ost-Spion im Kalten Krieg und „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013), einer Auseinandersetzung mit dem Schicksal fünf junger Leute während des Zweiten Weltkriegs, beide ausgezeichnet mit je einem Emmy und beide internationale Bestseller.

Hofmanns Erfolgsrezept: „Zeitgeschichte nicht als dokumentarische Aufarbeitung, sondern als hoch emotionale Fiktion auf der Basis einer extrem genau recherchierten Faktenlage“ in Bewegtbildern erzählen, schreibt er in seinem im Frühjahr erschienenen, autobiografisch grundierten Buch „Mehr Haltung, bitte“, einem Beitrag „zur Analyse des Zustands unserer Gesellschaft“, wie er es formuliert. Kritik an seiner Arbeit oder seiner Person, auch negative, fürchtet er nicht. Wenn er mit seinen Filmen gesellschaftliche Debatten auslösen könne, habe er sein Ziel erreicht.

Privat ist wenig über den Wahl-Berliner bekannt. Er hat keine eigene Familie gegründet und empfindet das als Defizit. „Ich habe den Beruf über das Privatleben gestellt. Je älter ich werde, umso kritischer sehe ich das“, verriet er im Sommer dem Mainzer Medienunternehmen VRM.

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