Promi-Geburtstag vom 28. August 2019: Hans-Jürgen Beyer

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Hans-Jürgen Beyer
Wo alles begann: Hans-Jürgen Beyer vor der Leipziger Thomaskirche am Bachdenkmal. (Foto: Hendrik Schmidt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Sabine Fuchs

Regelmäßig geht Hans-Jürgen Beyer in die Leipziger Thomaskirche und lauscht dem Gesang des Knabenchors. „Da gehe ich in mich, denn es erinnert mich an meine Jugend“, sagt „Hansi“ Beyer.

Die Zeit als Thomaner habe ihn fürs ganze Leben geprägt. „Dort bekam ich eine solide Ausbildung zum Sänger, sie war die Basis für meine künstlerische Laufbahn.“ Eigentlich schlug sein Herz für die Rockmusik. Doch von den DDR-Oberen bekam er Berufsverbot als Rockmusiker - und wurde stattdessen zum Schlager gedrängt, dem er bis heute treu geblieben ist. Heute wird der gebürtige Leipziger 70 Jahre alt.

Jünger aussehend und braun gebrannt kommt „Hansi“ zum Gespräch. Er lacht oft und stimmt zwischen seinen Erzählungen auch mal ein Liedchen an. „Als ich zehn Jahre alt war, wurde ich bei den Thomanern aufgenommen“, berichtet er. Dort wurde er Sopran-Solist. Er begeistert sich aber auch für Rockmusik, spielt in der Freizeit Schlagzeug in einer Band und hört die Bee Gees und die Beatles.

1968 spielt die Band Renft in einem kleinen Dorf bei Leipzig. „Zu dem Konzert musste ich hin“, sagt Beyer. Er fragte den Chef der Gruppe, ob er auch mal ein Lied singen dürfe. Und tatsächlich durfte er auf die Bühne. Bandchef und Publikum waren begeistert und Beyer wurde Mitglied der Gruppe. Nach dem Abitur begann er eine Lehre als Betonfacharbeiter im Kraftwerk Boxberg, bis er bei der Bürkholz-Formation landete. „Nach deren Verbot durfte ich nicht mehr Rockmusiker sein“, erinnert sich Beyer.

Das damalige Komitee für Unterhaltungskunst wies ihm einen Komponisten zu, der Lieder für „Hansi“ schreiben sollte. Arndt Bause komponierte den Schlager „Tag für Tag“ für ihn. Es ist bis heute sein größter Hit. Er tritt auf Festivals in Tokio und Bulgarien auf, holt dort sogar Preise.

Nach der Wende singt er auf Kreuzfahrtschiffen. „Das Repertoire reichte von deutschen Volksliedern bis zu internationalen Hits“, sagt Beyer. Nach dem Fall der Mauer sei es für Künstler der DDR - auch für Schlagersänger - nicht leicht gewesen. Doch langsam ändere sich das. DDR-Hits seien wieder gefragt.

Im vergangenen Jahr sei er mit DDR-Schlagerstars wie Monika Herz, Frank Schöbel, Angelika Mann und Eva-Maria-Pickert erfolgreich durch den Osten getourt. Zum Auftakt hatte ihn Kollege Uwe Jensen so angekündigt: „Wundern Sie sich nicht, wenn Sie den nächsten Künstler nicht erkennen - er ist in einen Jungbrunnen gefallen!“

„Hansi und ich kennen uns schon aus den 60er Jahren“, sagt Schlager-Kollege Frank Schöbel. Hansi sei ein sehr freundlicher und immer lieber Kollege. Außerdem habe er eine „Mörderstimme“. „Wenn das Lied zu Ende ist singt er gerne noch fünf Sekunden länger, um den Leuten zu zeigen: „Ich habe immer noch Luft““.

Ob es noch einmal eine Ost-Tour geben wird, könne er nicht sagen, meint Beyer. Fest stehe aber, dass es am 14. Oktober im Leipziger Krystall-Palast eine Geburtstagsrevue für ihn geben wird. Am 13. November steige dann in Dresden eine Supershow der Legenden unter anderem mit Dagmar Frederick, Sandra Mo und Jan Gregor sowie Regina Thoss. Seinen Geburtstag aber feiere er ganz privat mit seiner Familie.

Hans-Jürgen Beyer

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