Promi-Geburtstag vom 23. August 2019: Park Chan-wook

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Park Chan-wook
Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook wird 56. (Foto: Clemens Bilan/EPA / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Die Filme von Park Chan-wook sind nicht selten blutig, grausam und gewalttätig. Aber das Universum des südkoreanischen Kult-Regisseurs ist nicht darauf beschränkt. Mit „Die Taschendiebin“ (2016) zeigte er sich von einer ungewohnt leichten und unterhaltsamen Seite.

In dem historischen Film entführt uns der Filmemacher ins Korea der 1930er Jahre, das damals noch von den Japanern besetzt war. Er erzählt von Lady Hideko, die zusammen mit ihrem Onkel ein entlegenes Anwesen bewohnt. Onkel Kouzuki sammelt nicht nur erotische Bücher, er verkauft diese auch. Hideko liest die Erotikwerke solventen Herren vor, um den Preis in die Höhe zu treiben. Eines Tages kommt ein neues Dienstmädchen ins Haus, das ein Geheimnis hat: Sie ist eine versierte Taschendiebin.

„Die Taschendiebin“ ist ein doppelbödiger und ästhetisch herausragender Film, der sich um Erotik, Täuschung, Gaunereien und Frauenliebe trennt. Vielfach ausgezeichnet, ist „Die Taschendiebin“ zudem der erste südkoreanische Film, der mit einem Bafta (britischer Filmpreis) ausgezeichnet wurde. Park Chan-Wook, der heute 56 Jahre alt wird, hat sein ungewöhnliches Werk einen „lesbischen Krimi“ genannt.

Krimis und Thriller sind auch die Basis von Alfred Hitchcock, der am Anfang der Karriere des Südkoreaners steht: Die Begegnung mit „Vertigo“ sollte aus dem Kunstkritiker Park Chan-wook schließlich den Filmemacher Park Chan-wook machen, der 1992 im Alter von 29 Jahren sein Debüt „Der Mond ist der Traum der Sonne“ drehte. Seitdem zeigt der Südkoreaner in stilisierten Bildern eine vornehmlich extreme Welt der Gewalt: „Ich analysiere jede einzelne Empfindung von Schmerz“, sagte Park Chan-wook laut „Berliner Zeitung“.

Berühmt wurde er mit dem Rachedrama „Oldboy“, für das er 2004 in Cannes den großen Preis der Jury gewann. Spike Lee hat 2013 ein US-Remake gedreht, das aber im Schatten des Originals bleibt.

„Oldboy“ dreht sich um einen Mann, der entführt wird und 15 Jahre in einer Zelle eingesperrt bleibt. Als er endlich frei kommt will er Rache. Zusammen mit „Sympathy For Mr. Vengeance“ (2002) und „Sympathy For Lady Vengeance“ (2005) bildet „Oldboy“ Park Chan-wooks - allerdings nicht ursprünglich so geplante - Rache-Trilogie.

Rund ein Dutzend Filme hat Park Chan-wook im Laufe seine Karriere gedreht, die ihm den Ruf eines Kultregisseurs eingebracht haben. In seinem gewalttätigen Universum finden sich auch Vampire („Durst“) oder Cyborgs („Im A Cyborg“). Keine Frage, der südkoreanische Regisseur steht auch auf Science Fiction.

Einen Abstecher nach Hollywood hat Park Chan-wook mit „Stoker“ (2013) unternommen, in dem Mia Wasikowska und Nicole Kidman die Hauptrollen spielen. Ein brillanter Schocker mit einer ausgeklügelten Story und sorgfältig inszenierten Gewaltausbrüchen.

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