Promi-Geburtstag vom 16. Oktober 2019: Corinna Harfouch

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Corinna Harfouch
Corinna Harfouch wird 65. (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Der neue Film von Corinna Harfouch hat es in sich: In „Lara“ von Jan-Ole Gerster („Oh Boy“) spielt die Schauspielerin eine starke, aber auch zugleich verletzliche Frau, deren krankhafter Ehrgeiz die Familie zerbrechen ließ.

Vor allem das Verhältnis zu ihrem Sohn Viktor (Tom Schilling) wurde nachhaltig zerstört. Der gefeierte Pianist steht vor einem wichtigen Konzert, aber seine Mutter hat er nicht dazu eingeladen. Und das ausgerechnet am Tag ihres Geburtstages. Schließlich gerät alles außer Kontrolle.

Das starke Mutter-Sohn-Drama, das am 7. November in die deutschen Kinos kommt, wurde beim Filmfest München vom internationalen Verband der Filmkritiker ausgezeichnet worden. Reichlich Preise gab es auch beim Karlsbader Filmfestival, bei dem Corinna Harfouch als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Heute feiert die Schauspielerin ihren 65. Geburtstag.

Corinna Harfouch verkörpert oft gebrochene Charaktere in tragischen Geschichten - und gewehrt dabei den Zuschauern Blicke auf waidwunde Seelen und in zutiefst menschliche Abgründe. In „Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid war sie eine depressive Ehefrau und Mutter, die ihre Medikamente absetzen will. In „Im Winter ein Jahr“ von Caroline Link wirkt sie zunächst als unnahbare und souverän, tatsächlich ist sie aber eine unsäglich trauernde Mutter, die ihren geliebten Sohn verloren hat. Sie war Vera Brühne und Magda Goebbels. Aber auch bei „Fack ju Göhte 3“ war sie dabei.

Die ganze Palette des menschlichen Seins - Corinna Harfouch gelingt das mühelos. Dabei hat sie der Theaterregisseur Jürgen Gosch gelehrt, dass das Spielen etwas Intuitives sei und kein rein intellektueller Vorgang, „sondern dass man prinzipiell so viel klüger ist in seinem Körperkopf und in seiner Ganzheit als dein Kopf allein es kann“, sagte Harfouch laut Deutschlandfunk.

Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, wurde schon während der Schulzeit geweckt, als Corinna Harfouch als Eichhörnchen auf der Bühne stand. Als sie aber nach dem Abitur in der DDR an der Schauspielschule abgelehnt wurde, machte sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester.

Schließlich aber klappte es 1978 mit der Annahme an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin. In der Hauptstadt bekam sie auch ihre ersten Theaterengagements.

Schon zu DDR-Zeiten wurde ihr Können mit Preisen gewürdigt. Kritik und Publikum überzeugte sie mit Filmen wie „Die Schauspielerin“ von Siegfried Kühn und „Treffen in Travers“ von Michael Gwisdek. Als sie Gwisdek 1985 heiratete, hatte Corinna Harfouch bereits ihre erste Ehe mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch hinter sich.

Im Laufe ihrer Karriere, die nach der Wiedervereinigung bruchlos weiterging, hat Corinna Harfouch zahlreiche Auszeichnungen erhalten: darunter den Gertrud-Eysoldt-Ring, die Goldene Kamera, den Deutschen Fernsehpreis, den Grimme-Preis und den Berliner Theaterpreis.

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