Promi-Geburtstag vom 14. März 2018: Michael Caine

Lesedauer: 6 Min
Michael Caine
Der britische Schauspieler Sir Michael Caine ist seit Jahrzehnten mit seiner Frau Shakira verheiratet. (Foto: Facundo Arrizabalaga / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Uli Hesse

Mit Schlafzimmerblick umgarnte er als Schwerenöter „Alfie“ (1966) vor über einem halben Jahrhundert die Damen - Michael Caines Durchbruch, für den er eine Oscar-Nominierung einheimste.

Nun blickt er in seinem neuesten Film, der Nostalgie-Doku „My Generation“, zurück auf die Swinging Sixties in London, als Arbeiterkinder wie Caine sich als neue, kreative Energie entpuppten und die Beatles, Twiggy und David Hockney das triste Nachkriegs-Establishment aufrüttelten. Seinen 85. Geburtstag feiert der weltbekannte Star an diesem Mittwoch (14. März) mit einer landesweiten Live-Übertragung seines Films und stellt sich danach den Fragen seines Publikums.

Geboren wurde er 1933 als Maurice Micklewhite im ärmlichen Südlondon, Sohn einer Putzfrau und eines Fischmarktarbeiters. Bis heute spricht er den Cockney-Straßendialekt seiner Jugend. Ein Schuldirektor nahm ihn unter die Fittiche und förderte ihn; am Schultheater schnupperte er das erste Mal Bühnenluft.

Dem „Guardian“ verriet er: „Ich beschloss, Schauspieler zu werden, weil ich dachte, es wäre viel besser, als in einer Fabrik zu arbeiten, was ich damals machte.“ Er änderte seinen Namen in Caine nach dem Kriegsfilm „Die Caine war ihr Schicksal“ (1954) mit seinem Lieblingsschauspieler Humphrey Bogart. Zunächst arbeitete er an regionalen Repertoiretheatern; dort verliebte er sich mit 22 in eine der Hauptdarstellerinnen, sie heirateten, eine Tochter wurde geboren, Dominique. Doch Caine wollte mehr vom Leben und kehrte zurück nach London.

Dort bekam er durch Zufall die Rolle als Offizier in „Zulu“ (1964); eigentlich sollte er einen Unteroffizier aus der Arbeiterklasse spielen. Doch dann rief ihn der amerikanische Regisseur an: „Du siehst eher aus wie ein Offizier als ein Korporal. Kannst du wie jemand aus der Oberschicht sprechen?“ „Ich sagte, ich wäre seit neun Jahren am Repertoiretheater und könnte jeden verdammten Akzent nachmachen“, erzählte Caine dem „Independent“. Ein britischer Regisseur hätte ihm nie diese Chance gegeben, davon ist er überzeugt - zu groß der Klassendünkel.

Danach drehte der „King of Cool“ einen Film nach dem anderen. 1965 nahm er als Anti-Bond in „Ipcress - streng geheim“ das englische Publikum für sich ein, ehe er sich mit „Alfie“ international als Charakterdarsteller durchsetzte. Sechsmal wurde er für einen Oscar nominiert; zweimal wurde er als bester Nebendarsteller ausgezeichnet, im Woody-Allen-Film „Hannah und ihre Schwestern“ (1986) und in „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ (1999).

In den 60er Jahren genoss der frisch Geschiedene sein Single-Leben sehr. Doch 1971 verliebte er sich in ein Model für eine Kaffeewerbung - die Miss Guyana, Shakira Baksh. Seit 45 Jahren sind sie nun miteinander verheiratet. Der „Times“ sagte er, weil er jeden Tag mit wunderschönen Frauen arbeite, musste er die allerschönste heiraten, um jede Versuchung zu vermeiden. Sie haben zusammen eine erwachsene Tochter, Natasha.

Bisher wirkte Caine in mehr als 150 Filmen mit; so manches Meisterwerk war dabei, aber auch gutbezahlte Flops wie „Der Weiße Hai - Die Abrechnung“. Seit Ende der 90er Jahre fand er ein neues, jüngeres Publikum, unter anderem als Butler in der Batman-Trilogie von Christopher Nolan. Doch er war nie versucht, Regie zu führen, verriet er der Deutschen Presse-Agentur: „Ich werde immer nur Schauspieler bleiben, weil ich gern früh Feierabend mache. Und als Regisseur muss man immer noch länger bleiben.“

Auch mit weit über 80 Jahren ist Sir Michael Caine so beschäftigt wie eh und je. Zuletzt spielte er den Anführer einer Seniorenbande, die in Londons Diamantenviertel Hatton Garden spektakulär eine Reihe von Safes ausräumte. Für seine drei Enkel hält er sich fit mit Gartenarbeit, verzichtet auf Salz und Zucker. Keine Zeit für nostalgische Rückblicke, sagte er dem „Independent“: „Ich war außerordentlich glücklich, nicht wegen meines Talents oder so was, sondern wegen des Timings.“

Offizielle Homepage

Sky News

Guardian

Times

Independent

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen