Promi-Geburtstag vom 10. August 2019: Antonio Banderas

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Antonio Banderas
Antonio Banderas ist in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. (Foto: Petros Giannakouris/AP / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

„Du hast ein romantisches Gesicht. Du solltest Filme drehen“, sagte der Regisseur Pedro Almodóvar, als er in Madrid das erste Mal auf Antonio Banderas traf. Der junge Spanier beherzigte den Rat - und wurde durch Almodóvar zum Star.

Es waren wilde, exzentrische, ausgelassene und grelle Filme, die die beiden zu Beginn der 80er Jahre drehten sollten. Den Auftakt machte „Labyrinth der Leidenschaften“ (1982), eine schrille Komödie aus dem Homosexuellen- und Rockmilieu, in der Banderas einen schwulen Terroristen spielt.

In „Matador“ (1986) verkörperte Banderas einen Nachwuchsstierkämpfer, der kein Blut sehen kann, in „Fessle mich!“ (1990) einen Psychiatrie-Patienten, der eine heroinsüchtige Prostituierte dazu zwingt, sich in ihn zu verlieben.

Auf der Landkarte Hollywoods erschienen Banderas und Almodóvar erstmals 1988 mit der überdrehten Liebes- und Situationskomödie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Nachdem der Film für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde, packte Banderas, der heute 59 Jahre alt wird, seine Koffer und zog nach Los Angeles.

Es hätte ihn nicht unbedingt nach Amerika gezogen, erinnerte sich Banderas im Interview mit dem „Guardian“, es hatte sich einfach so ergeben. Dabei sei ihm die Trennung von seiner Heimat durchaus schwer gefallen, meinte er im Interview mit der Film-Zeitschrift „Cinema“, „aber ich bin sicher, jeder Schauspieler mit ein bisschen Ehrgeiz im Herzen hätte es genauso wie ich gemacht.“

Dass er kein Wort Englisch sprach, brachte ihn für seinen US-Debütfilm „Mambo Kings“ (1992) allerdings an den Rand des Nervenzusammenbruchs.

„Ich war in Panik, es war ein Desaster. Ich beendete dem Film, kehrte nach Spanien zurück und dachte: 'Gut, das war es'“, erzählte der Schauspieler dem „Guardian“. Aber das sollte es beileibe noch nicht gewesen sein, denn Regisseur Jonathan Demme holte ihn für das Aids-Drama „Philadelphia“ zurück, in dem Banderas den Liebhaber von Tom Hanks spielte.

Es folgte Hits wie „Desperado“ (1995), „Evita“ (1996) oder „Die Maske des Zorro“ (1998), die Antonio Banderas mit dem Image des Latin Lovers behaftet in Hollywood schnell zum Star aufsteigen ließen. Und er lernte bei Dreharbeiten Melanie Griffith kennen - und lieben. Er ließ sich von seiner ersten Frau Ana Leza scheiden und heiratete 1996 die Tochter von Tippi Hedren.

Seitdem ist viel passiert. Die langjährige Ehe mit Griffith scheiterte schließlich, inzwischen ist Banderas mit Nicole Kimpel liiert - und wieder nach Europa zurückgekehrt, wo sich für den Schauspieler der Kreis schließt.

2011 erneuerte er bereits nach einer 20-jährigen Pause die Zusammenarbeit mit Pedro Almodóvar. In dem kühlen Horror-Thriller „Die Haut, in der ich wohne“ spielte er einen verrückten Wissenschaftler à la Dr. Frankenstein, der eine künstliche Haut entwickelt hat, die gegenüber äußeren Einflüssen unempfindlich ist.

In „Leid und Herrlichkeit“ (2019) schlüpfte Banderas schließlich selbst in die Haut von Pedro Almodóvar, dem mit dem semi-autobiographischen Film ein Meisterwerk gelang und Antonio Banderas, der einen schwulen Regisseur, der auf sein Leben zurückblickt verkörpert, beim Filmfestival in Cannes die Auszeichnung als bester Schauspieler bescherte.

„Ich habe Pedro Almodóvar vor 40 Jahren kennengelernt, wir haben acht Filme zusammen gedreht. Ich respektiere ihn, ich bewundere ihn, ich liebe ihn, er ist mein Mentor und er hat mir in meinem ganzen Leben so viel gegeben, dass diese Auszeichnung natürlich ihm gewidmet sein muss“, sagte Antonio Banderas bei seiner Dankesrede in Cannes.

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