Promi-Geburtstag vom 1. November 2018: Salvatore Adamo

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Salvatore Adamo
Der belgische Chansonnier Salvatore Adamo wird 75 Jahre alt. (Foto: Jens Wolf / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christoph Zeiher

Eine Schublade war für ihn immer zu wenig. Mal schlicht und heiter, mal melancholisch und tiefgründig: Salvatore Adamo hat im Laufe seiner langen Karriere viele Genres bedient. Heute wird der belgische Chansonnier 75 Jahre alt.

Mehr als ein halbes Jahrhundert steht er nun schon auf der Bühne. Seine internationale Karriere begann Adamo in den 1960er Jahren. Damals katapultierten ihn Lieder wie „Es geht eine Träne auf Reisen“ oder „Gestatten Sie, Monsieur?“ auch in die deutschen Charts.

Bis heute ist seine Rolle die des charmanten, weltgewandten Gentlemans. Stets gut gekleidet, meist im Anzug, wechselt der gebürtige Italiener bei seinen Auftritten mühelos zwischen Französisch, Spanisch und Englisch. Zwar sind seine Haare grauer geworden, doch die rauchige Stimme hat noch dieselbe Kraft wie vor 50 Jahren.

Geboren wurde Salvatore Adamo 1943 in Comiso auf Sizilien. Als Vierjähriger kam er ins belgische Mons nahe der französischen Grenze, wo sein Vater als Bergmann Arbeit fand und die zehnköpfige Familie durchzubringen versuchte.

Diese Zeit spiegelt sich auch in seiner Musik wider. „Ich kenn' das schwarze Land, voll Kohle tief im Schacht. Der Öfen Feuerbrand erleuchtete die Nacht. In stummer Sklaverei, ein langer Leidenszug. Und Einer war dabei, der meinen Namen trug“, singt er im Lied „Was soll ich da noch für Euch singen?“.

Schon früh fiel der Junge nicht nur mit überdurchschnittlicher Intelligenz, sondern auch durch seine raue und gelegentlich fast brüchige Stimme auf. Als 20-Jähriger stand er erstmals auf Platz eins der belgischen Hitparade.

Kurz darauf sorgte Adamo auch für Schlagzeilen in den Klatschspalten. 1964 sang er das Lied „Dolce Paola“, nachdem man ihn oft gemeinsam mit der belgischen Prinzessin Paola gesehen hatte. Aufkommende Gerüchte um eine mögliche Affäre kommentierte der Sänger allerdings nie mit mehr als einem Lächeln.

1984 erlitt Adamo einen Herzinfarkt und musste sich einer Bypass-Operation unterziehen, 20 Jahre später verbrachte er nach einem Schwächeanfall in Paris erneut längere Zeit im Krankenhaus. Das hat ihn freilich nicht daran gehindert, weiter zu schreiben, zu singen und aufzutreten. An Ehrungen mangelt es nicht: 2001 wurde er in Belgien zum Ritter ernannt.

Fälschlicherweise wird Adamo oft für einen Franzosen gehalten - ähnlich wie sein 1978 gestorbener Landsmann Jacques Brel. Es ist ein Schicksal, das die Belgier mit den Österreichern zu teilen scheinen. Schließlich halten auch viele hierzulande Udo Jürgens und Peter Alexander noch immer für Deutsche.

Adamos Texte sind anspruchsvoll, seine Musik ist oft aufwendig instrumentalisiert. Lieder wie „Warum fanden wir uns erst heut'“ klingen eher wie kurze Operetten-Stücke als banale Charts-Songs. In Deutschland müsste man wohl eine eigene Kategorie dafür erfinden. Im frankophonen Ausland heißt sie Chanson.

„Viele Tausende Deutsche kaufen meine Platten oder besuchen meine Konzerte“, sagte er einst in einem „Stern“-Interview. „Nur die Fernsehsender stufen mich als Schlagermusiker, als Charmesänger ein. Ich bleibe bei dem, was ich zu bieten habe, Chansons. Keine Schnulzen.“

Seine nächsten Konzerte in Belgien und Frankreich hat Salvatore Adamo bereits geplant - auch in seiner aktuellen Wahlheimat Brüssel. In Deutschland sind bislang keine Bühnenshows angekündigt. An der Treue seiner Fans dürfte das nach so vielen Jahrzehnten aber wenig ändern.

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