Pro & Contra: Männergrippe - müssen Männer wirklich mehr leiden?

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 Schnupfen haben und sterben...: Männer scheinen unter Erkältungen bisweilen heftiger zu leiden als Frauen.
Schnupfen haben und sterben...: Männer scheinen unter Erkältungen bisweilen heftiger zu leiden als Frauen. (Foto: dpa)
Redaktion Beilagen/Wochenende

Auch die Wissenschaft hat sich schon mit dem Phänomen „Männerschnupfen“ beschäftigt, kommt aber zu keinem ganz eindeutigen Ergebnis. Was sagen denn die Herren der Schöpfung selbst?

Pro: Wir pfeifen nicht auf Mitleid, wir husten darauf

Von Dirk Uhlenbruch

Kennen Sie eigentlich den schon? Wie nennt man einen erkälteten Mann im Badezimmer? Sprechenden Waschlappen! Wie würde ich lachen, wenn ich nicht – bedingt durch einen fiesen grippalen Infekt – so fürchterliche Schmerzen hätte.

Schon klar, werte Damen, dass Sie jetzt feixen und scherzen. Wer den Schaden hat, spottet schließlich jeder Beschreibung. Aber schauen wir uns doch einmal nüchtern, in einer der kurzen Fieberpausen, die bedrückenden Fakten an, die einige Wissenschaftler herausgefunden haben wollen.

Das X-Chromosom – Sie, liebe Leserinnen, tragen eines mehr davon als ich – beinhaltet auch die Gene für die Immunabwehr. Ganz zu schweigen vom Hormonspiegel: Das weibliche Östrogen stimuliert den Abwehrkampf gegen Viren und Bakterien, das System reagiert schneller und aggressiver. Das männliche Testosteron hingegen wirkt bremsend. Wundert es da noch, dass Husten und Schnupfen uns laut einer Studie doppelt so lange und heftiger quälen? Dass die grippebedingte Sterblichkeitsrate bei Männern höher liegt? Nein, wir müssen mehr leiden und sagen – etwas verschnupft – mit gekränktem Stolz: Habe Männergrippe und war trotzdem selbst am Kühlschrank. Wir pfeifen nicht auf das Mitleid, wir husten darauf.

Contra: Man(n) hat eben seine eigenen Heilmittelchen

Von Uwe Jauß

Schnupfen? Was soll das sein? Die Nase läuft eben. Vielleicht färbt sie sich noch rot. Und das Taschentuch wird vielleicht feucht. Sonst steckt aber doch nicht viel dahinter. Das stört bei keiner Skitour. Im Zweifelsfall kann man ja auch langsamer gehen. Bei der Wildsau-Pirsch im Wald braucht es eigentlich nur das Unterdrücken des Rotzelns. Das muss ja noch möglich sein. Was wäre denn die Alternative? Daheim das Bett hüten? Unsinnig und langweilig. Schließlich taugt das TV-Programm mit seinen vielen sozialpädagogischen Filmchen schon lange nichts mehr. Zudem wurde früher in trauter Freundesrunde immer gewarnt: Daheim sterben die Leut’. Und genau dies soll ja nicht sein. Wofür hat man im Übrigen früher Western-Heftchen gelesen. Wenn schon, dann starben deren Helden draußen und in Stiefeln. Also hinaus. Frische kalte Luft putzt richtig durch. Reicht dies nicht, existieren noch andere Mittel zur Gesundung. Bei Halsweh bewährt sich regelmäßig Tee mit hochprozentigem Rum. Der wahre Mann kennt eben seine hilfreichen Hausmittel. Dies mag übrigens auch bei Frauen der Fall sein. Nur sind es eben andere: Kamillendämpfe etwa. Vielleicht helfen die ja auch dem Teint. Im Übrigen dürfte es üble männerfeindliche Propaganda sein, dass Frauen Erkältungen besser durchstehen als Männer.

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