Porträts von Henri Matisse in Hamburg

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Deutsche Presse-Agentur

Mit der Schau „Matisse. Menschen, Masken, Modelle“ will das Bucerius Kunstforum in Hamburg ein neues Licht auf das Werk des französischen Malers Henri Matisse (1869-1954) werfen.

„Matisse war nicht nur der Schöpfer von farbenfrohen Interieurs und Stillleben, sondern auch von ausdrucksstarken Porträts“, sagte Direktorin Ortrud Westheider am Donnerstag in Hamburg. Zu sehen sind 33 Gemälde, 37 Grafiken und sechs Skulpturen aus internationalen Sammlungen und Museen, darunter das Museum of Modern Art in New York und die Staatliche Eremitage in St. Petersburg. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart. Dort haben bereits 120 000 Menschen die Schau gesehen.

Die Ausstellung zeigt den Maler und die Menschen, mit denen er sich umgab. Sie beginnt mit dem „Selbstbildnis. Das Matrosenhemd“ von 1906, das Matisse als jungen Bohemièn im Alter von 37 Jahren zeigt. Kurz zuvor hatte er sich vom Impressionismus losgesagt. Auf neuartige Weise verband er nun Farbintensität mit Ausdruckskraft. Das war die Geburtsstunde des Fauvismus, wie die Kritiker diese Kunst nach den „fauves“, den „wilden Tieren“, benannten. „Da ist zunächst seine Familie, vor allem seine Tochter Marguerite, die neben seiner Ehefrau Amélie seine schärfste Kritikerin gewesen ist“, sagte Westheider.

Hinzu kommen Porträts von seinen wichtigsten Sammlern, darunter Michael und Sarah Stein, die wegweisend für andere Sammler wie den Moskauer Sergej Schtschukin und die Schwestern Etta und Claribel Cone aus Baltimore wirkten. Als dritte Gruppe sind Porträts seiner zahlreichen Modelle zu sehen, darunter die Russin Lydia Delectorskaya. „Matisse geht es nicht um physiognomische Ähnlichkeit, sondern um die Beziehung zwischen ihm und dem Menschen, der vor ihm sitzt“, sagte Westheider.

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