Plagiatsvorwürfe gegen jüngste Woody-Allen-Komödie

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Deutsche Presse-Agentur

Der spanische Schriftsteller Alexis de Vilar hat Plagiatsvorwürfe gegen die Produktionsfirma des jüngsten Woody-Allen-Films „Vicky Cristina Barcelona“ erhoben.

Nach Presseberichten vom Samstag hält er den spanischen Produzenten vor, sich für die Komödie in seinem 1987 erschienenen Roman „Goodbye, Barcelona“ bedient zu haben. Vilar habe bereits im Januar eine entsprechende Klage bei einem Gericht in Barcelona eingereicht, hieß es. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob sie Ermittlungen einleitet.

Ein von dem Autor in Auftrag gegebenes Gutachten kommt nach Angaben der Zeitung „El Mundo“ unter anderem zu dem Schluss, dass die von Oscar-Preisträger Javier Bardem in dem Allen-Film gespielte Hauptrolle deutliche Parallelen zu der zentralen Figur in Vilars Buch aufweist. Starke Ähnlichkeiten gebe es auch bei den Handlungsorten und dem Ausgang von Film und Roman.

In „Vicky Cristina Barcelona“, seinem 40. Film, erzählt Woody Allen (73) von zwei amerikanischen Studentinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall), die auf einem Sommertrip nach Barcelona in erotische Turbulenzen geraten. Ihre Begegnung mit dem Künstler Juan Antonio (Bardem) und dessen Ex-Frau María Elena (Penélope Cruz) führt zu einer Reihe von emotionalen Verwicklungen. Cruz (34) ist für ihre Rolle in der Komödie als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert.

Vilar hatte seinerzeit keinen Verlag für sein Buch gefunden und es inzwischen selbst im Internet veröffentlicht. Der Roman „Goodbye, Barcelona“ zählte 1988 und 1989 zu den Finalisten der bedeutenden spanischen Literaturpreise Planeta sowie Plaza&Janés. Nach Aussage des Schriftstellers hatte er das Manuskript auch bei einer Filmgesellschaft eingereicht. Ein Ex-Mitarbeiter habe den Text möglicherweise an die nun verklagte spanische Produktionsfirma Mediapro weitergegeben, sagt er.

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