Plácido Domingo tritt als Chef der Oper in Los Angeles ab

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Plácido Domingo
Plácido Domingo wird von mehreren Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. (Foto: Herbert Pfarrhofer/APA/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach den Belästigungsvorwürfen mehrerer Frauen gegen Plácido Domingo hat der 78-Jährige die Oper in Los Angeles verlassen. Er trete von seinem Posten als Leiter der Oper zurück und sage geplante Auftritte ab, hieß es am Mittwoch (Ortszeit) in einer Mitteilung des Spaniers, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Er tue dies mit „schwerem Herzen“, aber angesichts der jüngsten Anschuldigungen gegen ihn sei dieser Schritt „im besten Interesse“ für das Opernhaus.

Erst vorige Woche hatte der Opernstar kurz vor einem geplanten Auftritt die New Yorker Metropolitan Oper verlassen. Er werde nicht mehr an der Met auftreten, gab der Sänger bekannt.

Seit 2003 war Domingo Generaldirektor der Los Angeles Opera in Kalifornien. Die Vorwürfe hätten eine Atmosphäre geschaffen, die seine Fähigkeiten, diesem Unternehmen, das er so liebe, zu dienen, beeinträchtigen würde, erklärte Domingo am Mittwoch. Er werde weiter daran arbeiten, seinen Namen wieder reinzuwaschen.

Das Opernhaus sprach Domingo Dank aus und würdigte ihn als „hervorragend begabten Künstler“, der die Entwicklung des Hauses als „treibende Kraft“ maßgeblich bestimmt habe. Der Sänger habe in 31 verschiedenen Rollen mehr als 300 Auftritte absolviert und als Dirigent in Südkalifornien mehr als 100 Mal mitgewirkt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe in US-Medien hatte das Opernhaus eine eigene Untersuchung eingeleitet.

Mehrere Sängerinnen haben Domingo - im Zuge der „MeToo“-Bewegung gegen sexistisches und sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer - teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Nach einer ersten Medienberichten Mitte August hatte der spanische Sänger die Vorwürfe sexueller Übergriffe zurückgewiesen.

Einige Opernhäuser und Orchester, darunter auch die Häuser in Philadelphia, San Francisco und Dallas, sagten Auftritte Domingos ab. Andere - vor allem in Europa - halten jedoch weiter an dem Weltstar fest.

Bericht der Los Angeles Times

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