Pfiffige Familienkutsche

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Opel hat dem Combo, dem Bruder von Citroën Berlingo und Peugeot Rifter, ein neues Gesicht verpasst.
Opel hat dem Combo, dem Bruder von Citroën Berlingo und Peugeot Rifter, ein neues Gesicht verpasst. (Foto: Opel)
Thomas Geiger

Opel stellt die neue Generation des Hochdachkombis Combo Life vor. Erhältlich ist er in zwei Längen.

Die Welt ist doch nicht nur im SUV zu ertragen. Das zumindest ist die Botschaft, mit der sich Opel jetzt zusammen mit dem neuen Combo Life an die Familienfraktion wendet. Denn wer keine Lust auf einen happigen Lifestyle-Aufschlag hat und auf den Allradantrieb verzichten kann, der findet in dem Hochdachkombi die praktischere, variablere, geräumigere und vor allem preiswertere Alternative, argumentieren zumindest die Hessen.

Das liegt nicht zuletzt an der umgekehrten Entwicklungsgeschichte der neuen Generation, die in diesem Monat zu Preisen ab 19 995 Euro ausgeliefert wird. Denn während der Combo bis dato immer zuallererst ein Nutzfahrzeug war, das später für den zivilen Einsatz ein bisschen aufgehübscht wurde, haben sie ihn diesmal als Pkw entwickelt und danach für die Gewerbekunden wieder abgerüstet.

Ein bisschen Fahrspaß

Das merkt man zunächst bei der Ausstattung mit Extras – vom Head-up-Display über die Touchscreen-Navigation bis hin zur Lenkradheizung. Das spürt man aber vor allem auch beim Fahrverhalten, das einem Van oder SUV in nichts nachsteht: Der Combo bügelt butterweich auch über schlechte Straßen. Wenn man sich erst mal an den etwas höheren Schwerpunkt in engeren Kurven gewöhnt hat, kommt mit dem 130 PS starken Diesel des Topmodells bei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 185 km/h sogar ein bisschen Fahrspaß auf. Und während es früher häufiger gedröhnt hat in dem großen Kasten, herrscht nun eine vornehme Ruhe an Bord.

Zwar rühmt sich Opel deshalb einer gelungenen Neupositionierung und macht sich berechtigte Hoffnungen, den verschwindend geringen Anteil privater Kunden am Combo-Absatz nennenswert zu steigern. Doch schmücken sich die Hessen dabei mit fremden Federn. Denn schon seit Jahren ist der Combo keine eigene Entwicklung mehr, sondern ein Spielball der Strategen und ein Kind verschiedener Kooperationen: Für die letzte Generation haben die Hessen sich mit Fiat zusammengetan und dem Doblo einen Blitz ins Gesicht gepappt, und jetzt stehen mit Berlingo und Rifter die Bestseller der Schwestermarken Citroën und Peugeot Pate. Das ist allerdings kein Schaden. Denn schließlich haben die Franzosen das Segment der familienfreundlichen Hochdachkombis vor rund 20 Jahren erfunden.

Opel hat das Design allerdings deutlich differenziert und dem Combo ein neues Gesicht verpasst. Doch ansonsten ändert sich nicht viel bei Modell und Palette: Genau wie seinen französischen Bruder gibt es den Lademeister in der familienfreundlichen „Life“-Version als 1,2 Liter großen Benziner mit 110 PS oder mit einem Diesel von 1,5 Litern, den Opel mit 76, 102 oder 130 PS anbietet.

Wählen können die Kunden zudem zwischen einer Sechsgang-schaltung und einer Achtstufenautomatik. Erhältlich ist der Combo außerdem in zwei Längen – mit 4,40 oder 4,75 Metern als Fünf- oder Siebensitzer. Man kann ihn mit einer oder mit zwei Schiebetüren bestellen und am Heck wahlweise zwei Flügel bekommen oder eine große Klappe. Dabei schluckt der Combo in jedem Fall mindestens 597 Liter und steckt maximal knapp 2,7 Kubikmeter Ladung weg. Zu diesem Zweck kann man sogar den Beifahrersitz umklappen.

Aber es sind eben nicht nur Koffer und Kisten, derer sich der Combo annimmt. Sondern er ist auch für all die vielen Kleinigkeiten einer großen Reise oder eines bewegten Familienalltags gewappnet. Im Heck merkt man das an der separat zu öffnenden Scheibe, beim Blick nach oben an dem praktischen und auch vom Heck zugänglichen Hochregal, das Opel – wie die Gepäckfächer im Flugzeug – unter das Panoramadach gezimmert hat.

Und überall finden sich noch weitere Ablagen. Insgesamt sind es mehr als zwei Dutzend mit knapp 200 Litern Fassungsvermögen. Genug, um darin die Osternester für die ganze Familie zu verstecken – und sie einen ganzen Sonntag lang zu suchen, so gut haben die Designer manche Ablagen verborgen.

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