Papa hat keinen Plan

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Papa hat keinen Plan
Serafina (Clelia Sarto,l) mit Tochter Mia (Bianca Nawrath) und ihrem Exmann Jan (Lucas Gregorowicz). (Foto: Daniela Incoronato/ARD Degeto/ / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Klaus Braeuer

Das Leben steckt voller Überraschungen und macht sowieso, was es will. Manchmal läuft alles ziemlich planlos. Ob das auf Dauer gut gehen kann, klärt jetzt die TV-Komödie „Papa hat keinen Plan“. Sie ist an diesem Freitag (12. April) um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

Der Berliner Klavierbauer Jan Epstein (Lukas Gregorowicz) versteht sein Handwerk. Er ist spezialisiert auf die Restaurierung dieser wertvollen Instrumente. Als Kleinunternehmer und Vater der 16-jährigen Mia (gut: Bianca Nawrath) ist er jedoch weniger begabt. Insgeheim trauert Jan der gescheiterten Ehe mit der Konzertpianistin Serafina (Clelia Sarto) nach, die demnächst den langweilig erscheinenden Einar (Tim Bergmann) ehelichen will. Von Heirat spricht allerdings auch Jans neue und zielstrebige Freundin Stefanie (Johanna Christine Gehlen) viel häufiger, als er das hören möchte.

Und so ist er froh, verreisen zu dürfen, muss er doch ein wertvolles Klavier eigenhändig nach Italien bringen. Die unglücklich verliebte Mia begleitet ihren Vater nur zu gerne dorthin.

Kein Wunder, es ist dort an der Küste - gedreht wurde in Santa Maria di Castellabate unweit von Salerno - ausgesprochen schön. Zwar muss sich Jan sowohl von seiner Buchhalterin daheim als auch von der Hoteldirektorin in Italien Geld leihen, weil er notorisch pleite ist, doch die dortigen Verlockungen in Gestalt einer adeligen und vermögenden Dame (Fanny Stavjanik) oder diverser Drinks (mit Gurke im Glas!) nimmt er schon wahr.

Lucas Gregorowicz (42), den viele Zuschauer aus seiner Rolle als Kommissar im Brandenburger „Polizeiruf 110“ kennen, spielt diesen durchaus sympathischen Jan mit viel Charme und Schusseligkeit, der allmählich lernt, gewisse Dinge auch mal richtig zu machen und sogar lebenskluge Entscheidungen zu treffen.

Regisseur Matthias Steurer (55, „Vier kriegen ein Kind“) macht immerhin so einiges richtig. Die Geschichte bleibt an den beiden Hauptfiguren (Vater/Tochter) dran, hat viele lustige Momente (Jan auf Wasserskiern oder mit Bauchlandung im Mehl) und bietet hübsche Bilder der sehenswerten Landschaft.

Das eine oder andere Klischee (rasender Fiat 500, streitende Carabineri) erscheint da nicht weiter störend. Das Drehbuch von Marek Helsner enthält neben mancherlei Platitüden berührende und erhellende Szenen mit guten Dialogen. Und es ist einfach erfreulich, dass die italienischen Darsteller hier in ihrer eigenen Sprache reden dürfen, was zusätzliche Dynamik in das Geschehen bringt.

Bleibt die Frage, warum klärende Gespräche - gern auch in anderen derartigen Filmen - nicht einfach daheim, sondern viel zu oft in weiter Ferne geführt werden. Vermutlich, weil es da viel schöner ist. Und so mag dieser gar nicht so planlos wirkende Film alles in allem vielleicht harmlos sein, aber eben auch recht unterhaltsam.

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