Ostfriesensünde

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Ostfriesensünde
Christiane Paul ermittelt als Ann-Kathrin Klaasen. (Foto: Sandra Hoever/ZDF / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Antje Wessels

Ein Serienmörder mauert seine Opfer lebendig ein und lässt sie qualvoll sterben - seit Jahren fahndet die „Soko Maurer“ nach dem Killer, der bevorzugt Frauen umbringt.

Als erneut eine Leiche hinter dicken Wänden gefunden wird, wendet sich der Soko-Leiter Wolfgang Huberkran (Stephan Zinner) an die auf Norderney stationierte Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen (Christiane Paul), die ihn mit ihren unkonventionellen Ermittlermethoden unter die Arme greifen und endlich eine heiße Spur finden soll. Damit hatte sie in der Vergangenheit großen Erfolg, doch Ann-Kathrin kämpft seit einem dramatischen Zwischenfall mit Zweifeln und Schuldzuweisungen an sich selbst.

Der Film „Ostfriesensünde“ ist nach „Ostfriesenkiller“ und „Ostfriesenblut“ der dritte ZDF-Samstagskrimi (2. Februar/20.15 Uhr) mit Christiane Paul („Steig. Nicht. Aus!“) in der Hauptrolle. Diesmal muss sie es als Kommissarin nicht nur mit einem brutalen Frauenmörder aufnehmen, sondern auch einmal mehr mit ihren inneren Dämonen. Sie ist sich nicht einmal sicher, für diesen Fall die Richtige zu sein, obwohl ihr Chef Ubbo Heide (Kai Maertens) fest an seine Kommissarin glaubt. Als eine junge Frau aus Leer spurlos verschwindet und ein Frauenarzt gewaltsam entführt wird, deutet alles darauf hin, dass der Maurer wieder zugeschlagen hat. Für Ann-Kathrin tickt die Uhr, weshalb sie sich zu einem gefährlichen Selbstexperiment verleiten lässt.

Der Filmemacher Rick Ostermann kennt das Fernsehen genauso gut wie die große Leinwand. Er führte nicht bloß bei den ersten beiden Ostfrieslandkrimis Regie und inszenierte Episoden für „Dengler“, bekannt wurde er durch das Historiendrama „Wolfskinder“, dem er mit „Fremder Feind“ ein auch international beachtetes Kinodrama folgen ließ. Diese Erfahrung mit großen Bildern war schon seinen bisherigen TV-Arbeiten anzusehen, „Ostfriesensünde“ bildet da keine Ausnahme. Die friesisch-herbe Kulisse verortet das Ganze an bodenständiger Stelle, die Kameraarbeit von Frank Küpper („Deutschland 83“) tut ihr Übriges, um der Szenerie stets etwas Bedrohliches, Unheilvolles, aber auch Elegantes zu verleihen.

Trotzdem ist es in erster Linie die Story, die an „Ostfriesensünde“ besonders überrascht. Das liegt nicht nur an einem betont herben Schlussakt, den der Drehbuchautor Florian Schumacher („Dschungelkind“) hier präsentiert. Sein stringentes Skript sowie eine außergewöhnliche Härte im Hinblick auf die Schilderung der Verbrechen - nicht visuell, sondern im Dialog - machen aus „Ostfriesensünde“ keinen leicht verdaulichen TV-Krimi, sondern trotz einiger Klischees ein gleichermaßen spannendes wie hochatmosphärisches Thrillerfernsehen.

"Ostfriesensünde"

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