Oscarpreisträger Freydank bleibt Realist

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einem Siegerlächeln und dem Oscar in den Armen ist der Berliner Filmregisseur Jochen Alexander Freydank am Dienstagabend aus Hollywood wieder nach Berlin zurückgekehrt.

Auf dem Flughafen Tegel wurde er mit einem roten Teppich und dem darauf gemalten Schriftzug „Oscar“ von zahlreichen Medienvertretern begrüßt. Auch mehrere Angehörige seines Filmteams des siegreichen Kurzfilms „Spielzeugland“ wie die Schauspielerin Julia Jäger waren zur Begrüßung erschienen.

„Der Oscar ist auch ein großes Dankeschön an mein gesamtes Filmteam“, sagte Freydank bei seiner Ankunft. Dazu gehört auch Co- Drehbuchautor Johann A. Bunners, mit dem Freydank das Drehbuch geschrieben hat. „Ich freue mich wahnsinnig für uns alle. Jetzt aber freue ich mich auf meine Familie, die hat schließlich einen hohen Preis für den Film zahlen müssen.“ Auf die Frage, ob er jetzt eine Hollywood-Karriere im Blick habe, sagte der 41-jährige Regisseur in Berlin: „Ich weiß, dass ich meine nächsten Schritte eindeutig hier in meinem Land machen werde.“

Freydank will auch trotz seines Triumphes in Hollywood mit beiden Beinen auf der Erde bleiben, wie er zuvor in einem dpa-Gespräch betont hatte. „Natürlich ist der Oscar ein starker Rückenwind für einen bis dahin nicht so bekannten Regisseur eines Kurzfilms. Aber es ist immer noch ein weiter Weg für mich. Und ich mache ja in erster Linie nach wie vor nicht Filme, um Preise zu gewinnen, sondern um Menschen zu erreichen.“

Immerhin habe er in Amerika schon vielversprechende Kontakte auch mit Produzenten und ein für Kurzfilmer bemerkenswertes Medienecho gehabt, was ihm Mut gemacht habe. „Möglich, dass sich meine Arbeit nun beschleunigen wird.“ Ich hoffe, dass er nun auch im größeren Kino-Format arbeiten, also bald auch einen Spielfilm drehen könne. Der in Berlin gedrehte Kurzfilm handelt von einer Mutter, die in der NS-Zeit ihren kleinen Sohn vor der Wahrheit über die Deportation der jüdischen Nachbarn und damit auch seines kleinen Freundes schützen will.

Die Unionsfraktion im Bundestag beglückwünschte Freydank zu seiner wichtigen Auszeichnung und wertete sie gleichzeitig als einen „weiteren Beleg für die Qualität des Filmlandes Deutschland“. Freydank habe gezeigt, „der deutsche Film ist international auch in künstlerischer Hinsicht wettbewerbsfähig“. Das zeigten allein fünf Oscars in zwölf Jahren, betonte der kulturpolitische Sprecher seiner Fraktion, Wolfgang Börnsen, am Dienstag in einer Presseerklärung.

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