Opulenter Prachtband: „Das Star Wars Archiv“

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Deutsche Presse-Agentur
Wolfgang Marx

Wie würde die Welt aussehen, wenn George Lucas nach „THX 1138“ und „American Graffiti“ tatsächlich den Vietnamfilm „Apocalypse Now“ gedreht hätte, an dem der Filmemacher schon viele Jahre gearbeitet hatte?

Anders! Ganz sicher! Stattdessen übernahm Francis Ford Coppola die Regie und George Lucas drehte „Star Wars“ 1977). Er setzte damit nicht nur ein neues popkulturelles Zeichen, Lucas schenkte der Welt auch eine neue und Generationen übergreifende Mythologie, in der nicht mehr Zeus oder Apollon die Götter im Olymp waren, sondern Darth Vader, Meister Yoda, Luke Skywalker und Prinzessin Leia.

Seine schlichte Ausgangsidee: „Ich wollte einen Film über einen alten Mann und einen Jungen drehen, die ein Lehrer-Schüler-Verhältnis haben“, sagte Lucas im Interview mit Paul Duncan, das die Basis des opulenten Prachtbandes „Das Star Wars Archiv“ (Taschen) ist, in dem die Welt der Sternenkrieger aus den Episoden IV bis VI bis in die dunkelste Ecke des Universums ausgeleuchtet wird.

Neben erhellenden Interview-Passagen von nahezu allen Beteiligten, sind es natürlich vor allem die zahlreichen Abbildungen, die „Das Star Wars Archiv“ zu einem faszinierenden Lese- und Bilderabenteuer machen. Neben den großartigen Storyboard-Zeichnungen von Illustrator Ralph McQuarrie gibt es Eindrücke von den fein gebastelten Miniaturmodellen, die auf der Leinwand eine ganz neue Welt erschaffen - oder Entwürfe von exotischen Kreaturen, die es dann aber doch nicht auf die Leinwand geschafft haben.

Neben Szenen aus dem Film findet man auch zahlreiche Aufnahmen von den Dreharbeiten, die unter anderem in Tunesien stattfanden. Und so manche Star-Wars-Ikone hat eine ordentliche Metamorphose durchlaufen. So sah der Wookiee Chewbacca anfänglich eher wie ein aufrecht gehender Biber aus.

Erzählt wird auch von den vielen Schwierigkeiten, die die Filmcrew bewältigen musste. Zu sehen ist aber auch der Spaß bei den Dreharbeiten, wie ein besonders schönes Foto von Harrison Ford, Peter Mayhew, Mark Hamill und Carrie Fisher zeigt.

Um ein Haar wäre Prinzessin Leia (Fisher) gar nicht dabei gewesen. Es gab eine Phase bei der Drehbuchentwicklung, da war ihr Part plötzlich weg, während sich Luke Skywalker irgendwann in eine Frau verwandelte. Das legendäre Hairstyling von Prinzessin Leia lehnt sich übrigens an die Frisuren unverheirateter Hopi-Indianerinnen an.

Die Universalität von „Star Wars“, die von Generation zu Generation die Menschen neu begeistert, sieht George Lucas in der Bildsprache begründet. „Die Star-Wars-Filme sind im Kern visuelle Bewegung mit Musik“, sagt der Regisseur. Eine ordentliche Portion Visualität bietet auch das wunderbare „Star Wars Archiv“.

Paul Duncan: Das Star Wars Archiv. 1977-1983, Hardcover, Halbleinen, 41,1 x 30 cm, 604 Seiten, Verlag Taschen, € 150, ISBN-13: 978-3836563413

Das Star Wars Archiv

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